Ketsch

Geschäftsleben Hans Keppel und das Seehotel-Team bringen App „true inside“ auf den Markt / Blogger und Influencer geben Einschätzungen zu Restaurants oder Locations ab

Empfehlung statt anonyme Bewertung

Archivartikel

Ketsch.Seit Samstagabend um 22 Uhr ist sie gelauncht, also auf dem Markt und steht für Android und iOS zum Download bereit: die App mit Ketscher Wurzeln. Hans Keppel, Chef im Seehotel, hatte eine Idee, dann ein Start-up gegründet und nun mit seinem Team zum Releaseabend geladen. Was seien anonyme oder gefakte Bewertungen im Netz wert, fragte Keppel die Besucher – „ich kenne den Lifestyle der Menschen doch gar nicht“. Die App „true inside“ verfolge einen anderen Ansatz, wenn es um Planungen von Urlaub, Freizeit oder Ausgehen geht. Denn personalisierte Empfehlungen seien durch nichts zu ersetzen.

„Der gemittelte Algorithmus der Bewertungssysteme – ist das das, was ich will?“ Es war Keppels rhetorische Frage im Seehotel. Die Idee des 61-Jährigen, die er ab Mitte 2018 verfolgte, fußt darauf, dass die App „true inside“ personalisierte, dem Lifestyle entsprechende Empfehlungen für Locations, ob Restaurant, Hotel oder wie auch immer gearteter Freizeitort, auf einen Blick zur Verfügung stellt. Und das da, wo man es braucht.

Die App weist keine anonymen Bewertungen mit Likes, Sternen oder Ähnlichem aus, sondern baut auf „ehrliche Empfehlungen geprüfter Blogger und Influencer, den sogenannten Experts“, wie es im Pressetext heißt.

Lara Busch ist so ein „Expert“. Die 25-Jährige gehört zum „true inside“-Team. Und die Mannheimerin ist selbst Bloggerin und Influencerin. Der Mode- und Reisebloggerin kann man unter @dailydoseoflara folgen. Sie hat ihre Master-Thesis zum Influencer-Marketing verfasst und erklärt den Mehrwert von „true inside“. Der Unsicherheit beispielsweise auf Reisen, ob ein Hotel oder Restaurant meinen Vorstellungen entspricht, werde die App über die „Recommondations“ der Blogger und Influencer gerecht. „Ihnen kann man schon vertrauen, denn man kann rasch herausfinden, was das für ein Typ ist“, sagt Busch.

Der Blogger oder Influencer, dessen Währung die Follower sind, also jene, die ab und zu oder regelmäßig die Beiträge des Bloggers oder Influencers anschauen, haben via „true inside“ die Möglichkeit, neue Menschen zu generieren, die ihnen dauerhaft folgen. Auch seien Empfehlungen, die ein Blogger oder Influencer macht und der auf der Timeline gemeinhin nach hinten rutscht, dauerhaft sichtbar. „Wenn ich in Spanien eine Empfehlung abgebe, bleibt sie in „true inside“ bestehen“, sagt Busch über die leichtere Auffindbarkeit – die Empfehlungen seien ja mit den Orten verknüpft. In den gängigen Social-Media-Kanälen verschwinden diese Hot-Spots im Zeitverlauf im Feed.

„True inside“ verzichtet auf Bewertungen. Niemand stuft etwa auf einer Skala von eins bis fünf ein. Das ist für Hotel- oder Restaurant-Betreiber beispielsweise angenehmer, weil die Currywurst nicht auf Drei-Sterne-Niveau und umgekehrt das Drei-Gänge-Menü nicht auf Basis der „Hauptsache reichlich“-Esser beurteilt wird.

Bäume von „Plant my tree“

Das Team mit Frank Bauer, IT-Profi und Projektentwickler und Frank Paul, der sich um die „Business Owner“ kümmert, lobte am Samstag für die ersten 50 Empfehlungen von Bloggern und Influencern jeweils einen Baum, der bereits gepflanzt ist, als Belohnung aus. Die Bäume sind bei „Plant my tree“, das sich im Sinne der Nachhaltigkeit um den Klimaschutz in Deutschland kümmert, geordert. Auch App-Benutzer sollen in den Genuss von Baumpatenschaften kommen. Wie Lara Busch sagte, seien bei der Initiative 1000 Bäume gekauft worden.

Denn klar ist andererseits, dass die App jetzt reichlich mit Daten gefüllt werden muss. Derzeit müssen User noch nichts bezahlen, sagt Frank Paul – eine Premium-Version für die Benutzer werde aber auch nicht mehr als voraussichtlich 0,79 Euro kosten.

Bis November werde noch kein Geld verlangt, sagte Hans Keppel, der auch einige seiner Gastronomie-Kollegen begrüßte. Ein monatlicher Obolus für Location-Betreiber ist dabei im Geschäftsmodell der true inside GmbH auch vorgesehen. Es gebe in „true inside“ ja keine schlechten oder manipulierten Bewertungen mehr. Dagegen könnten Empfehlungen vielmehr als neues Marketinginsrument genutzt werden.

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