Ketsch

Erziehung nur halb so schwer

Als Vater hatte ich mich beim Gedanken ertappt, ob es ein Versäumnis war, unseren Kindern die chinesische (oder dergleichen) Sprache im Babyalter vorenthalten zu haben. In dieser Krabbelgruppe als Frühfördertreff waren sie halt nicht.

Doch nun bin ich, seit ich einen Artikel des Verhaltengenetikers Robert Plowin gelesen habe, viel gelassener. Der führende Experte auf seinem Gebiet beschwichtigt Eltern, die glauben, vollständig für die Entwicklung ihres Nachwuchses verantwortlich zu sein. Das sei nicht wahr. Das größte Geschenk der Eltern an ihre Kinder sei ihr Erbgut – zugleich hätten sie auf deren persönliche Entwicklung kaum Einfluss. Das sei nach 40 Jahren Zwillingsstudien sicher.

Kinder seien genetisch zu 50 Prozent wie ihre Eltern. Es sei aber auch nützlich zu bedenken, dass sie sich also zu 50 Prozent unterscheiden. Hochgebildete Eltern hätten nicht immer intelligente Kinder. Anstatt zu versuchen, Kinder nach dem eigenen Bild zu formen, sei es besser, ihnen zu helfen, zu werden, wer sie sind. Plowin rät, Kindern Liebe, Zuwendung und Hilfe zu geben – und zu entspannen, um das Leben mit den Kindern zu genießen. Ich hoffe, mich hat seine Botschaft erreicht.

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