Ketsch

Serie „Gute Seelen“ (Teil 4) Kurt Allgeier ist beim Wassersportverein unverzichtbar / Er besucht Jubilare, schneidet Hecken oder zapft Bier / Zehn Jahre Vorsitzender

Es gibt eigentlich nichts, was er nicht macht

Archivartikel

Ketsch.„Ungefähr 20 Geburtsjubilare besuche ich in diesem Jahr“, weiß Kurt Allgeier schon zu Jahresbeginn alle 60-, 70-, 75- und 80-Jährigen, oder darüber, die er persönlich besuchen wird. Für den Wassersportclub Ketsch ist er das Gesicht, das den Mitgliederkontakt aufrecht hält und darüber hinaus noch einiges mehr. Immer, wenn er zu einem Jubilar geht hat er einen Gutschein für das „Bootshaus“, das vereinseigene Restaurant mit dabei und löst damit stets eitel Freude aus, wie er sagt. Wie er einen Gutschein ausfüllt, zeigt uns der gerade 78 Jahre alt gewordene Ketscher spontan. Den in der Hand geht er zu den Geburtstagskindern, die immer viel zu erzählen haben.

Das hat Kurt Allgeier, der eigentlich in Schwetzingen aufgewachsen ist und einmal leidenschaftlicher Fußballer beim SV 98 war, auch. Etwa, wie er zum Wassersportclub gekommen ist klingt so: „Wie es so ist, hat man Bekannte, die im Verein aktiv sind und geht halt mal mit.“ Ein Verhängnis sei das nicht gewesen, eher ein Vergnügen, denn schnell habe er Lunte gerochen und das Paddeln für sich entdeckt.

Flott hat er einen Wohnwagen gekauft und ist seither mit seiner Frau und Familie so oft es geht am Wochenende auf dem Platz des Clubs in Reffenthal. Im „Pfälzer Refugium für erholungsbedürftige Ketscher Wassersportfreunde“, dem schön gelegenen Campingplatz direkt am Altrheinarm, fühlt sich das Paar noch heute sehr wohl. „Zudem finden unsere Ferienspiele für die Ketscher Kinder dort statt“, schildert Allgeier den Spaß, den die Kids alljährlich dort mit Booten, Wasser und mehr erleben können.

Gesellige Gruppe

Nicht nur zum Wassersport ist man fortan in Österreich, der Schweiz und Deutschland unterwegs, auch im Winter bietet der WSC dank Skigruppe sportliche Betätigung an. „Es ist einfach eine sehr gesellige Gruppe zusammengewachsen, mit der es Spaß macht, Zeit zu verbringen“, sagt der zweifache Familienvater, zweifache Opa und seit einem Jahr Uropa, was man ihm tatsächlich nicht ansieht. Vielleicht liegt das daran, dass er auch privat immer was zu tun hat: „Die Arbeit, die Familie, Hausbau, erst an der Straßenkante in der Hockenheimer Straße, dann, als die Kinder vorn mit ihren Familien eingezogen sind, der weitere Hausbau im Hof, da haben wir den Stall umgebaut“, zählt der agile „Noch-nicht-ganz-Achtziger“, wie er sich selbst nennt, auf. Der weitläufige Garten ist zu bewirtschaften, der direkt ans Grün im Ketscher Bruch angrenzt. Allgeier, der bei den letzten Enderlespielen vor neun Jahren einen Bauern mimte, hat früher selbst im Nebenerwerb ein Spargelfeld beackert, Hühner und Schweine gehalten, ein eigenes Pferd besessen.

Und doch bleibt irgendwie immer Zeit fürs Hobby und etwa fünf Jahre nach dem Eintritt zusätzlich für Verantwortung im Club: „Als Kassier und als Vorsitzender, berichtet er. Zehn Jahre in der Zeit von 1995 bis 2005 stand er dem WSC vor, erhielt sogar den Ehrenteller der Gemeinde fürs Engagement. Lachend erzählt er vom monatlichen Stammtisch im Bootshaus, den regelmäßig sechs bis sieben der älteren Herren besuchen: „Da reden wir über Gott und die Welt.“ Als Transporteur „auf Abruf“ arbeitet Allgeier mit den beiden Grünanlagen-Pflegerinnen Ilse Meixner und Gisela Richter zusammen: „Wenn die Ilse anruft, fahre ich los“, beschreibt er, dass die Damen regelmäßig Laub entfernen, Hecken schneiden, mähen – alles, was Grünabfall ist fährt Allgeier dann mit seinem Anhänger zum Häckselplatz: „Manchmal zehn große Säcke voll.“ Man braucht gar nicht zu fragen, denn beim Bootshausfest und allen weiteren Veranstaltungen des WSC ist Kurt Allgeier am Zapfhahn oder sonstwie im Einsatz.

„Übrigens auch bei der Kolpingsfamilie und bei den Seniorennachmittagen der Gemeinde helfe ich auch“, dass es dem Rentner also an Action nicht mangelt ist klar – und die hält fit und jung, das strahlt der gerne lachende sympathische Allrounder aus.

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