Ketsch

Kolpingsfamilie Erntedankfeier in St. Sebastian / Durch Teilen werden alle satt

Facetten des täglichen Brots

Archivartikel

Ketsch.„Gott sei Dank“ – es ist im Alltag flugs ausgesprochen. Und doch haben die Worte eine enorme Aussagekraft, die bei der Erntedankfeier der Kolpingsfamilie beleuchtet wurde. Diakon Heiko Wunderling und Helga Rey hatten dazu Mitglieder und Freunde nach St. Sebastian eingeladen – mit erfreulichem Zuspruch. Den musikalischen Rahmen gestaltete der „Kolpingchor“ unter Leitung von Annette Meixner.

„Gott sei Dank“ – für das tägliche Brot, das als zentraler Punkt dieser Feier galt. Brot stehe für alles, was im Leben gebraucht werde. Den Anblick eines wogenden Weizenfeldes im Wind holte Helga Rey vor die inneren Augen ihrer Zuhörer, ehe das Gleichnis der wundersamen Brotvermehrung aus der Bibel im Fokus stand. Für Diakon Wunderling ist damit als Botschaft Jesu die Gemeinschaft in Beziehung untereinander das Entscheidende: Durch das Teilen der Brote würden alle satt – hierfür bedürfe es den Blick auf den anderen. „Erst mit diesem geschärften Blick kann wahre Mahlgemeinschaft entstehen“, sagte der Diakon.

Die Vielfalt des Brotes im Alltag zeigte Helga Rey: Zwieback beispielsweise als Brot der Kranken. Fladenbrot aus südlichen Ländern, wobei die Einsamen nicht vergessen würden. Kommissbrot, das lange haltbar das Brot der Soldaten sei und an unendliches Leid denken lasse. Hostien, die in der Eucharistiefeier zum Brot des Lebens gewandelt seien. Das tägliche Brot sei mehr als nur Sattmacher.

Vor dem Altar lagen viele Brote, vom hiesigen Bäcker mit mehligem Kreuz versehen. Jeder Besucher der bemerkenswerten Andacht konnte eines mitnehmen zum bewussten Genießen – „Gott sei Dank“. mf

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