Ketsch

Haus der Begegnung Gesangverein Sängereinheit erfreut die Senioren beim Altennachmittag / Zum Erntedankfest ist alles „fer umme“

„Für Lunge, Herz und Magen ist Singen gesund“

KETSCH.„Wenn es draußen auch regnet, machen wir uns einen gemütlichen Nachmittag bei Kaffee, Apfelkuchen und gepflegtem Chorgesang“, sagte Rudi Kurbiuhn und hieß rund 50 Senioren zum Altennachmittag willkommen. Zur Erntedankfeier gibt es alles „fer umme“. Das Betreuerteam hatte die Tische liebevoll herbstlich mit Feuerdorn, Kastanien, Äpfeln und Ranken vom wilden Wein dekoriert.

Kaum war das Kaffeegeschirr abgeräumt, begrüßte Elvira Werner vom Vorstand der Sängereinheit die Gäste im Saal und wünschte viel Spaß beim Zuhören. Als überzeugte Sängerin warb sie in launigen Versen für den Chorgesang: „Liebe Leute lasst euch sagen, für die Lunge, Herz und Magen ist, die Wahrheit wird euch kund, vieles Singen sehr gesund.“ Wer nicht atmet, der singt schlecht, und die Lungenspitzen hält nur tiefe Atemkunst rein vom Krankheitsdunst. Weiterhin verbessert sich die Körperhaltung, Singen fördert die Verdauung und verhindert jegliche Stauung. „Eines kann ich euch versprechen, und ich will mein Wort nicht brechen. Wer lange atmet und lange singt, es zu hohem Alter bringt“, hieß es da am Ende von Elvira Werners Versen.

Der Chor sang unter Leitung von Konrad Knopf „Du passt so gut zu mir“. Sie leiteten über zu „Tabaluga“ von Peter Maffay mit „Ich wollte nie erwachsen sein“, und der Dirigent empfahl dazu, sich ungeniert auch im Alter ein wenig Leichtigkeit der Jugend zu erhalten „Heimweh – schön war die Zeit“ weckte Erinnerungen an Freddy Quinn, und viele Gäste sangen textsicher mit. „Fernando, Alfredo und José“ sehnten sich nach der großen Welt und träumten in Santo Domingo ein Märchen mit weißen Orchideen.

Konrad Knopf kämpft um Lied

Vor dem nächsten Vortrag erwähnte Konrad Knopf die verkehrsbedingte Trennung seines Heimatortes Rot von St. Leon. Dort sei wegen Bauarbeiten nur eine Querung zu passieren, viel leichter als im nächsten Lied. Der Chor sang „Über sieben Brücken musst du gehn“ von Peter Maffay. „Um das nächste Lied musste ich lange kämpfen, denn die meisten Chormitglieder wollten nicht Englisch singen, dabei waren es nur drei Worte“, verriet Knopf, ehe „One Way Wind“ erklang. Im Text kamen da Lieder mit dem Abendwind von weit her. Alte Bäume flüsterten vom Frieden in der Welt – wenn Menschen sich lieben, werden Märchen wahr.

Abschließend lud Konrad Knopf zum gemeinsamen Singen ein. Da passten einige Texte gut zum Erntedankfest. In einer Strophe von „Die Gedanken sind frei“ hieß es: „Ich liebe den Wein, mein Mädchen vor allen, sie tut mir allein am besten gefallen. Ich bin nicht allein bei meinem Glas Wein, mein Mädchen dabei.“ Dann klapperte die Mühle am rauschenden Bach und mahlte das Getreide zum kräftigen Brot. Um eine Liebeserklärung ging es auch bei „Wenn alle Brünnlein fließen“: „So herzig wie mein Liesele ist keine auf der Welt. Vom Köpfle bis zum Füßele ist alles wohlbestallt“. Der letzte Vers rief Schmunzeln hervor: „An einem kleinen Bächele da sitzt ’ne schöne Maid, sie wäscht sich ihre Füßele, ’s war allerhöchste Zeit.“

Ein Dankeschön richtete Hedi Wirnshofer an den Gesangverein Sängereinheit: „Ihr seid ein Höhepunkt in unserem Veranstaltungskalender, wir freuen uns immer auf euch.“ Und Chorleiter Konrad Knopf lud zum Adventskonzert am Samstag, 7. Dezember, um 16 Uhr gemeinsam mit dem Chor und der Orff-Gruppe der Neurottschule in der katholischen Kirche Sankt Sebastian ein.

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