Ketsch

Bürgerinitiative Bohrungen bergen viele Gefahren

„Geothermie aktueller als dargestellt“

Archivartikel

Brühl/Ketsch.„Mit Erstaunen haben wir vernommen, dass Tiefengeo-thermie aktuell in Brühl kein Thema sei und die CDU Ketsch das Thema befeuert haben soll“, schreibt die Bürgerinitiative Geothermie Brühl/Ketsch (BI) in einer Pressemitteilung. Das wolle sie auf keinen Fall so stehen lassen. Bereits am 16. September sei Bürgermeister Dr. Ralf Göck auf die BI zugekommen und habe um ein Gespräch gebeten.

In diesem habe Göck mitgeteilt, dass es aktuell verschiedene Unternehmen gäbe, die sich um das „Brühler Loch“ bemühten. Er habe betont, dass es sich – im Gegensatz zu “GeoEnergy“ – bei dem möglichen neuen Investor um ein ortsansässiges, seriöses Unternehmen handele, was in der Vergangenheit einer der Hauptkritikpunkte der BI gewesen sei. Er habe auch mitgeteilt, dass er durchaus bereit sei, die Deutsche Erdwärme zunächst nicht mit ins Boot zu holen. Sein Fokus läge auf der noch zu gründenden Firma MVV/EnBW. Auch ein Gespräch mit dem Interessenten sei kein Problem.

„Ohne Erdbeben nicht möglich“

Göck sei laut BI keineswegs offen für die Gefahren dieser Technologie, insbesondere die Erdbebengefahr im Oberrheingraben, die nachweislich bestehe und die durch den Geothermiebetrieb forciert werde. Stattdessen appelliere er an das Gewissen, da in Brühl ja angeblich nur ein „Risiko“ bestehe. „Aber es ist gerade unser Gewissen, dass es nicht zulässt, die ,Pleiten, Pech und Pannenserie’ der Tiefengeothermie zu unterstützen. Diese ist ohne Erdbeben nicht möglich“, schreibt die BI.

Tiefengeothermie gefährde das Grundwasser durch mangelhaft ausgeführte Bohrungen, durch mögliche Leckagen in der Verrohrung und darüber hinaus durch mögliche Schäden am Klärwerk. Dabei sei es völlig irrelevant, ob es sich zunächst um ein ortsansässiges oder fremdes Unternehmen handele. Die Investoren wechselten häufig, siehe Landau und Insheim. Im Übrigen lasse sich der tektonische Oberrheingraben nicht mit dem bayrischen Molassebecken vergleichen. Es handele sich um völlig unterschiedliche Gegebenheiten. „Wir raten den Bürgern, sich nicht vom Bürgermeister aufs Glatteis führen zu lassen“, heißt es in der Mitteilung. Gleichzeitig sei die BI der CDU und den Freien Wählern dankbar, dass sie sich gegen Geothermie aussprechen. zg

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