Ketsch

Frühschoppen ASV lädt Senioren und Witwen ein / Bekannte Gesichter treffen und in Erinnerungen schwelgen

Geschichten und Geschichte atmen

Ketsch.Nicht nur ein Fest für die ganze Familie will es sein: Im Bruch feiern auch die Angler regelmäßig ein Fest für ihre eigene Vereinsfamilie. Dies ist spürbar, wenn man am letzten Festtag den Morgen nutzt, um einen Bummel durch das Zelt zu unternehmen. Hier und da sitzen noch Gäste des Gottesdienstes auf den Bänken. Die Kellner warten auf den großen Mittagsansturm. Die Fischbäcker haben Forellen in raschelnden Tüten verstaut, um die muntere Schar von Senioren zu versorgen, die längst vor der Weinlaube ein Plätzchen ergattert haben, um sich in fröhlichem Stimmengewirr zu verlieren.

Gesprächsthemen gibt es allemal, wie Heidemarie Zielke betont: "Hier treffen wir einmal im Jahr Freunde und Vereinskollegen meines Mannes." Arno Zielke hebt fröhlich das Glas mit Apfelsaftschorle. Der 82-Jährige ist leidenschaftlicher Fischer und gehört mittlerweile zu den ASV-Senioren. Genau für sie ist der Frühschoppen eingerichtet worden. Für die Anglerfamilie eben. Wer über 65 Jahre alt ist oder als Witwe eines Fischers den Besuch des Festes genießt, ist immer eingeladen. Dabei geht es dann auch darum, Erinnerungen und Anekdoten zu pflegen. Mit gespitzten Ohren sitzt daher die Fischerprinzessin Janet Kaufmann mit am Tisch.

Früher auch auf Bänken getanzt

Spannend ist es, was die Senioren zu erzählen haben. "Erinnerst du dich noch?", fragt auch Günter Dönges, der seit mehr als 30 Jahren Mitglied im Angelsportverein ist. Er blickt in Bilderbände, die Friedrich Reiß angelegt hat. Schön war es damals. Gemeinsam mit seiner Tochter Birgit Pross erhebt er das Glas auf den ASV und nickt den anderen zu. Der Musikverein schmettert die passende Musik und die Fische duften so fein, dass sich alle freuen, endlich diesen ganz besonderen Morgen im Verlauf des Backfischfestes nur für sich genießen zu dürfen.

"Wir sind ja alle älter geworden." - Heidemarie Zielke blickt in die Runde, "und da ist es einfach schön, sich ein- bis zweimal im Jahr zu sehen." Und dann erinnert sie sich an einst. "Wir sind früher auch immer auf den Bänken gestanden. Unsere Kapelle hieß zwar nicht ,Radspitz', aber war genauso gut." Geschichten und Vereinsgeschichte, die man nur beim Frühschoppen für die Senioren atmen kann.

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