Ketsch

Gesellschaft profitiert

Archivartikel

Benjamin Jungbluth hofft auf viele Angebote der mobilen Jugendarbeit

Für viele junge Ketscher und Brühler ist die mobile Jugendarbeit seit Jahren eine große Unterstützung. Hier haben sie Ansprechpartner, die zwischen den Interessen der jüngeren und der älteren Einwohner vermitteln, ohne als Ordnungsmacht aufzutreten. Insofern ergänzen sie Gemeindeverwaltungen und Polizei optimal – was sich auch an der gegenseitigen Wertschätzung erkennen lässt. Nicht nur die beiden Bürgermeister, sondern auch Schwetzingens Polizeichef Martin Scheel loben die Arbeit des Postillion-Teams regelmäßig, weil dessen Arbeit einen wichtigen Baustein der Präventionsarbeit darstellt. Und für die Jugendlichen bietet sich die Chance, bei alterstypischen Grenzüberschreitungen nicht sofort mit der Staatsmacht in Konflikt zu geraten.

Doch neben diesen großen Überlegungen bietet die kleine, alltägliche Arbeit des Teams vor allem vielfältige Angebote für die jungen Einwohner. Der offene Treff im Anbau der Rheinhalle ist dabei für manche Jugendliche über die Jahre gar zu einem zweiten Wohnzimmer geworden, in dem sie sich mit Freunden treffen und ihre Freizeit selbst gestalten können. Das Postillion-Team unterstützt, drängt sich aber nicht auf – so lernen die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen. Manche erhalten sogar die notwendige Unterstützung, um ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

Es ist deshalb tragisch, dass die Auswirkungen der Corona-Krise gerade einige dieser jungen Ketscher und Brühler besonders hart treffen. Während viele Jugendliche und junge Erwachsene durch ihr soziales und familiäres Umfeld gut aufgefangen werden, sind ausgerechnet diejenigen stark gefährdet, die schon in normalen Zeiten nur mit Mühe ihren eigenen Weg finden können. Gerade Ausbildungsplätze und Jobs in eher prekären Branchen fallen in der Krise als Erstes weg – betroffen sind junge Menschen, die sich mit Unterstützung der Jugendarbeit ein erstes eigenes Standbein aufgebaut hatten. Es bleibt nur zu hoffen, dass die vielen Angebote bald wieder hochgefahren werden können, damit die mobile Jugendarbeit auf allen Ebenen aktiv werden kann. Am Ende profitiert davon nämlich die gesamte Gesellschaft.

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