Ketsch

Große Chance für Ketsch

Archivartikel

Benjamin Jungbluth freut sich über den neuen Weg der Überlandleitungen

Diese Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder: Weil die große Stromtrasse, die den Osten von Ketsch durchtrennt, wegen der Energiewende umgebaut werden muss, ist eine Verlegung plötzlich für alle Beteiligten sinnvoll. Denn die Kosten für den Ausbau über bewohntem Gebiet wären hoch und die Instandhaltung in Zukunft sehr mühsam. Kein Wunder also, dass selbst der Netzbetreiber einen neuen Verlauf über unbebautem Gebiet präferiert. Die Zustimmung der Bundesnetzagentur zeichnet sich ebenfalls ab, so dass eine Verlegung inzwischen sehr wahrscheinlich ist.

Nur beim Gewerbegebiet Süd sind noch einige Hürden zu nehmen – denn die neuen Masten würden bei einer kompletten Umgehung von Ketsch ausgerechnet im Feldbereich Richtung Entenpfuhl aufgestellt werden. Dort aber tobt schon lange der Widerstand gegen den Kiesabbau und das Verschandeln der Landschaft. Selbst als die seit Jahren als Bauland ausgewiesenen Grundstücke am südlichsten Zipfel des Gewerbegebietes endlich genutzt wurden, gab es wegen der Haubenlerche und anderer Tierarten Kritik von Umweltschützern. Gut möglich also, dass die Pläne für das Aufstellen massiver Strommasten ebenfalls Proteste hervorrufen werden.

Doch grundsätzlich ist die Verlegung der Starkstromleitungen an den Ortsrand ein unbestreitbarer Gewinn: Die bei feuchtem Wetter surrenden Leitungen kann sich niemand ernsthaft über Schlafzimmern und Gärten wünschen. Ob Menschen gesundheitliche Schäden durch den Starkstrom erleiden können, ist durchaus umstritten – direkt darunter leben will heute aber wohl kaum jemand mehr. Es stimmt zwar, dass die Trasse zuerst da war. Doch die Häuser wurden von vielen Bauherren auch deshalb darunter errichtet, weil es jahrzehntelang hieß, dass die Leitungen „bald“ weichen würden – ein dehnbarer Begriff, wie Bürger immer wieder aufs Neue lernen müssen. Auch jetzt wird die Umsetzung noch ein paar Jahre dauern, doch das Ende der Starkstromleitungen in Ketsch rückt aber merklich näher.

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