Ketsch

Hewwlguggler Fest zur Kerwe entfällt / Sämtliche Auftritte finden nicht statt und auch die Proben liegen auf Eis

Guggelinchen muss zu Hause bleiben

Archivartikel

Ketsch.Mit ihren schönen roten Schuhen thronte Guggelinchen, die Ketscher Kerweschlumpel, im vergangenen Jahr hoch über dem geräumigen Kerwezelt. In diesem Jahr wird sie zu Hause bleiben, denn die Kerwe in der Enderlegemeinde kann Corona-bedingt nicht stattfinden. „Natürlich ist das traurig, denn Kerwe ist Brauchtum und dies zu pflegen, ist wichtig. Doch geht die Gesundheit vor und die Vorgaben sind eindeutig“, fasst Gunnar Wagner, Vorsitzender der Hewwlguggler, die Situation zusammen.

Der 1999 gegründete Verein, der sich der Guggemusik verschrieben hat, richtet seit einigen Jahren die Kerwe in der Gemeinde aus. Längst über die Ortsgrenzen bekannt und beliebt ist das traditionell am Kerwesonntag stattfindende Tafelspitz und Meerettich Essen, das wie alle anderen Aktivitäten rund um die Kerwe entfällt.

„Wenn man es beschreiben will, liegt unser Vereinsleben seit dem Bekanntwerden von Corona und praktisch nach der vergangenen Fasnachtskampagne völlig auf Eis. Wir haben bisher das Proben nicht wiederaufnehmen können und alle Auftritte, wie beispielsweise der Sommertagszug, das Backfischfest und private Engagements, fanden nicht statt. Schon heute sind alle für uns wichtigen Fasnachtsaktivitäten für die Kampagen 2020/2021 abgesagt“, erklärt Wagner weiter.

Sonst waren die Hewwlguggler bei zahlreichen Umzügen in ihren blau-gelben Kostümen immer eine musikalische Bereicherung und ein optischer Blickfang. Mitgliederversammlungen und damit einhergehende angedachte Veränderungen im Verein seien ebenso ausgefallen. Und auch eine Weihnachtsfeier wird es 2020 bei den Hewwlgugglern nicht geben.

„Wir müssen zum einen auf unsere rund 30 Aktiven Rücksicht nehmen, von denen einige der definierten Risikogruppe angehören, und zum anderen tragen wir eine gewisse Verantwortung, denn wenn Guggemusik gemacht wird, geht es ganz klar um eines: gemeinsamen Spaß, Geselligkeit und gemeinsames Feiern und dies ist mit Abstand nicht möglich“, ergänzt Holger Mohr, der musikalische Leiter der Hewwlguggler.

Die Mitglieder untereinander seien per Whatsapp vernetzt und im kleinen Kreis treffe sich der eine oder andere. Die wöchentlichen Proben und die Auftritte, die fehlten allen aktiven Hewwlgugglern. „Wann wir allerdings wieder mittwochabends in der Rheinhallengaststätte gemeinsam Proben können, das weiß aktuell noch niemand. Wir möchten kein Risiko eingehen und vorher natürlich auch ein Ziel und eine Perspektive haben, wie ein geplanter Auftritt. Ansonsten macht es wenig Sinn“, bekräftigt Wagner.

„Vielleicht erdet dieser Verzicht“

Bei allem Verzicht, den Corona gerade für Vereine wie die Hewwlguggler, die begeisterte Zuschauer mitreißen möchten, bedeutet, sehen Gunnar Wagner und Holger Mohr zudem andere Aspekte: „Vielleicht erdet dieser Verzicht die Menschen ein wenig und man weiß danach wieder mehr zu schätzen, welche Mühe sich Vereine machen, um Feste oder bei der Fasnacht aufwendige Sitzungen umzusetzen und was dort eigentlich geboten wird. Wenn etwas ausfällt, dann sieht man, es ist nicht selbstverständlich. Ist es dann irgendwann wieder möglich, so hoffen wir, dass viele sich richtig darauf freuen, endlich wieder gemeinsam eine schöne Zeit zu haben.“

Die Hewwlguggler freuen sich über weitere Vereinsmitglieder. Um dabei zu sein, brauche man Spaß an der Musik und keine besonderen musikalischen Kenntnisse. „Sobald es mit den Proben weitergeht, informieren wir die Öffentlichkeit – und ein Blick auf unsere Homepage lohnt ebenfalls“, sagt Wagner. csc

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