Ketsch

Bilanz Der Vorsitzende des Angelsportvereins 1928 und der Backfischfestgesellschaft, Günter Perner, ist mit der jüngsten Auflage der Großveranstaltung zufrieden / Kritik an „Selbstversorgern“

Höhepunkte ziehen das Publikum an

Ketsch.„Beim Backfischfest sind wir weit entfernt von Oktoberfestpreisen“, stellte ASV-Chef Günter Perner fest. Unverständlich sei deshalb, dass immer noch, überwiegend Jugendliche, zu den drei Radspitz-Partys mit Rucksäcken voller hochprozentiger Getränke kämen. „Man glaubt nicht, was die Sicherheitsleute alles finden“, so Perner. Da beim Eintritt ins Zelt kontrolliert werde, wird eben vorher draußen abgepumpt was reingeht, an den unzähligen Glasscherben und leeren Flaschen im weiten Umfeld ums Zelt ist das deutlich abzulesen.

Ganz anders zeigten sich die Gäste von „Me and the Heat“, der „Zap-Gang“, der „Schlagertanten“ oder „Paddy goes to Holyhead“, die im Zelt für Umsatz sorgten. Weshalb das in einem ersten Rückblick zum 67. Backfischfest erwähnenswert ist? Was viele nicht wissen, die Kosten für die Bands werden vom Festzeltwirt über die Einnahmen aus den Getränken finanziert. Immerhin bieten der Angelsportverein und Festzeltwirt Armin Reichelt an jedem Backfischfestabend ein kostenloses Konzert für jeden Geschmack etwas an. Kostenpflichtige Konzerte wird es deshalb nicht gleich geben, versichert Perner, den Gedanken daran habe man aber durchaus.

Ein Blick auf die ersten Hochrechnungen der Besucherzahlen, die am immer gleichen Punkt im Zelt an jedem Abend zu selben Zeit gezählt werden, zeigt, dass die drei Regentage schon für eine Minderung gesorgt haben: „Immer top sind die Radspitz-Tage, deren Ausschlag sich, gerade am letzten Backfischfestsamstag immens darstellt“, zeigte Perner auf. Stabilisiert haben sich die Zahlen beim Dienstag mit den „Schlagertanten“ und mittwochs mit der „Zap-Gang“. „Me and the Heat“ sind seit fünf Jahren dabei und der Magnet für die gediegeneren Feierer am zweiten Freitag. „Das läuft“, ist Perner zufrieden.

Abwechslungsreiches Angebot

Inwiefern es Ausschreitungen gab, möchte Perner nicht berichten: „Dafür ist die Polizei zuständig.“ Mit Blick auf den Platz sagte der ASV-Chef: „Wir haben noch keine Rückmeldung der Standbetreiber, aber in unserem Biergarten mitten auf dem Platz spüren wir den Regen extrem, da setzt sich niemand raus.“ Abwechslungsreiche Fahrgeschäfte, Stände mit süßem und herzhaftem Essensangebot machen den Rundgang zu einem Erlebnis der Sinne. Das „Chaos“, das Pendel mit rotierendem Kopf, das in ordentliche Höhen schwingt, ist dabei sicher der Renner 2019 und macht noch dazu optisch ordentlich was her.

Die neue leicht vom Festplatz getrennte Marktmeile der fliegenden Händler werde ja unterschiedlich beurteilt, wie sieht Perner das? „Es wird bei diesem Konzept der Marktmeile bleiben“, stellte er fest, bislang hätten die Besucher die Vielfalt dort gelobt. Ebenso habe sich das neue Parkleitsystem bewährt: „Ganz toll unterstützt hat uns dabei die Schwetzinger Zeitung, die den Leitplan auf die Backfischfestbeilage gedruckt hat, die lag hier überall aus und wurde von ganz vielen Besuchern gesehen und gelesen“, lobte er.

Ein komplettes Fazit kann der Verein erst zum Jahresende ziehen: „Wenn alle Rechnungen durch sind und man sieht, was unterm Strich übrigbleibt“, meinte Günter Perner. Bis dahin ist das 68. Backfischfest längst Geschichte und erstmal für einige Tage aus dem Kopf, bevor die Planung für die Zehn-Tage-Party im Bruch 2020 beginnt. An diesem Montag bauen die Angler den Biergarten und die Weinlaube ab und verstauen ihr Material im Lager. Dann wird durchgeatmet.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional