Ketsch

Altrhein Leser Marco Ries bemerkt Verschmutzung / Gemeinde will „Entlastungskanal des zentralen Abwasserhebewerks“ prüfen

Hunderte Tücher landen im Fluss

Archivartikel

Ketsch.„Die Stahltür des Kanals hängt komplett mit Kosmetiktüchern oder etwas Ähnlichem zu“ – als Leser Marco Ries in der Redaktion unserer Zeitung anrief, war er doch einigermaßen erregt und verstand die Welt nicht mehr. Der Angler des ASV 1965 Brühl wohnt im Neurott und wollte sich am Altrhein zwischen Ketsch und Brühl eine schöne Stelle suchen, um die Angelrute auszuwerfen.

Dabei stieß er auf einen Kanal, dessen Ausgang geschätzt 200 bis 300 Meter nach der 30er Zone am Ortseingang in die steile Böschung eingelassen ist. Nahe der Brühler Straße sind es bis zur Kläranlage noch rund 400, 500 Meter. Tatsächlich ist nicht nur die Abschlusstür des Kanals mit hunderten Kosmetik- oder Feuchttüchern verhangen, sondern auch die Abflussrinne bis zum Altrhein ist mit Tuchresten verunreinigt. Diverse Reste haben sich an Pflanzen festgesetzt. Wo sich Wasser sammeln kann, sind deutliche Spuren von Ablagerungen sichtbar. Es riecht ein wenig unangenehm.

Marco Ries ist Gas-/Wasserinstallateur. Er sagt: „Mein erster Gedanke war, hier wird Abwasser vielleicht versehentlich eingeleitet.“ Das nahe Neubaugebiet Fünfvierteläcker nährt diese Vermutung. Während sich Toilettenpapier schnellstens im Abwasser auflöst, sind vorgefundene Gewebetücher sichtlich hartnäckiger. Was ist das für ein Kanal und was könnte passiert sein? „Es handelt sich hierbei um den Entlastungskanal des zentralen Abwasserhebewerkes der Gemeinde Ketsch. Dort wird das Regenwasser, das bei Starkregenfällen am Ende des Kanalnetzes ,abgeschlagen’ wird, in den Altrhein eingeleitet. Die Konstruktion wurde vor rund 20 Jahren mit dem Hebewerk errichtet. Bezüglich der Verschmutzung wird eine Prüfung erfolgen. Sollten Defekte festgestellt werden, dann werden diese unverzüglich behoben“, teilte die Gemeinde auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Marco Ries indes ist die Lust, am Altrhein zu angeln, erst einmal vergangen. Er wundert sich generell über den vielen Müll, der beispielsweise entlang des Radweges nach Brühl zu finden ist. Auch entlang des Altrheins lasse sich jede Menge Müll, schlicht zu viel Unrat finden. Das passe so gar nicht zum nahe gelegenen Naturschutzgebiet Ketscher Rheininsel.

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