Ketsch

Musikschule Worm Gemeinsam mit dem Verein TonArt wird erfolgreich Corona getrotzt / Gelungener Improvisationswettbewerb unter Beachtung der Hygieneregeln

„Ich war glücklich, alle wieder live zu sehen“

Ketsch.In bewährter Zusammenarbeit mit der Musikschule Tatjana Worm und unter Leitung des Vereins TonArt fand der jährliche interne Improvisationswettbewerb statt. Die Jury bildeten der Vorsitzende von TonArt, Dr. Michael Rittmann, und zwei Schüler der Musikschule, die schon mehrfache Gewinner bei diesem Wettbewerb waren, Julie Neff und Charlotte Steinberg. Jeweils einen ersten Preis vergab die Jury an Mike Goette, Marco Noa Rofrano, Malaika Mihambo, Lilly Textor, Lander Rupprecht, Franka Hellmann, Elena Textor, Christa Gerach-Weiß und Can-Luka Jay Downey. Jeweils einen Sonderpreis bekamen Jacob Spitzer und Emil Krieger.

Den Corona-Hygieneregeln folgend wurde der Modus geändert. Die Teilnehmer improvisierten nur allein statt wie sonst in vierhändigem Spiel. Jury und Spieler befanden sich in getrennten Räumen, und es wurde für die nötige Belüftung und Desinfektion gesorgt.

Für Jurymitglied Charlotte Steinberg war es eine sehr spannende Erfahrung, nicht selbst am Klavier anzutreten, sondern als Jurorin den Improvisationswettbewerb begleiten zu dürfen. Ihr fiel dabei auf, dass, die Pianisten umso ausdrucksstärker improvisierten, je älter sie waren.

Für Jurorinnen und Juror war es nicht immer leicht zu entscheiden, wer einen Preis oder ein Lob erhält, denn jeder Improvisator hatte seine besonderen individuellen Fähigkeiten. Alle, auch die heranwachsenden Künstler, boten trotz der ungewohnten Umstände eine sehr gute Leistung.

Für das neue Jurymitglied Julie Neff war es spannend, sich auf das Hören zu konzentrieren, ohne zu sehen. Gerade der Rollenwechsel machte ihr Spaß. Viele Jahre hatte sie sich als improvisierende Pianistin der Beurteilung durch die Jury gestellt. Jetzt durfte sie selbst beurteilen. „Eine wichtige Lebenserfahrung“, sagt sie.

Differenzierte Beurteilung

Das transparente Bewertungssystem mit Punktzahlen erlaubte eine differenzierte Beurteilung. Darüber hinaus gab es in der Jury fast immer Einigkeit bei der Bewertung. Für Michael Rittmann hatte der Wettbewerb gezeigt, dass die kleineren und unerfahrenen Musiker in der Corona-Zeit und ohne persönlichen Kontakt zur Lehrerin etwas die Sicherheit des Spiels verloren. Sie bekamen zum Ausgleich dafür aber Motivationspreise. Dagegen schienen die erfahrenen Spieler vom Lockdown, von mehr Zeit zuhause profitiert zu haben. In der letzten Gruppe der Erfahrensten gab es folgerichtig vier erste Preise.

„Zuerst war ich verblüfft von dem neuen Tastaturgefühl und den fremden Klängen, aber dann habe ich die Augen zugemacht und genoss das Spielen“, sagte Charlotte Verclas, die zwölfjährige Preisträgerin. Preisträgerin Malaika Mihambo (23) meinte: „Am Anfang war es für mich schwer, in die Improvisationswelt einzutauchen. Als ich begriffen habe, dass die Improvisation der Weg zur Freiheit ist, ging es aufwärts.“ Und Tatjana Worm fasste wie folgt zusammen: „Während der Corona-Zeit habe ich nur online unterrichtet. Beim Wettbewerb war ich glücklich, alle wieder live zu sehen und zu hören. Am liebsten hätte ich alle umarmt und geküsst, aber ich musste mich leider zurückhalten. Ich war sehr aufgeregt, ob alles klappt und am Ende ganz stolz.“ zg

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