Ketsch

Festzelt Beim „Radspitz“-Auftritt verzögern Technikprobleme den Start / Party dennoch wie immer

„Ihr habt auf uns gewartet – spitze“

Archivartikel

Ketsch.Es ist müßig, vom „Heimspiel“ zu reden, von der „Magie“, die auch nach mittlerweile drei jährlichen Auftritten und schon 21 Jahren nicht enden will. Aber es ist einfach Fakt: Wenn die fünf Jungs von „Radspitz“ ihren Einzug im Ketscher Bruch feiern, gibt es kein Halten. Da herrscht echte „Radspitz“-Manie schon ab 10 Uhr vormittags im großen Festzelt, das bis 19 Uhr bereits dicht an dicht mit Feierfreunden gefüllt ist. Ist das schon Kult? Sicher.

Marina und ihre Mädels nicken auf die Frage hin – sie sind einige der vielen, die im Schichtwechsel einen Tisch in der ersten Reihe seit dem frühen Morgen frei halten – und das regelmäßig in den letzten drei Jahren. Wie man das durchhält? „Karten spielen“, lautet die Antwort. Zwei Stunden dauern die „Schichten“ beim Tisch besetzen, wer nach Hause gehen kann, kommt später wieder. Partyfein, und freut sich über den guten Platz, denn immer beim ersten „Radspitz“-Konzert ist die Bestuhlung anders, es bleibt eine Menge Platz vor der Bühne zum Tanzen und mehr.

Bei den beiden weiteren Auftritten hat die Band ihr eigenes Bühnenzeug mit und die Tischreihen reichen bis fast an die Bühne ran. Dorthin drängt es lange vor dem Konzert die eingefleischten Fans. Die haben ein Banner dabei: „Weil wir mit den ,Radspitzlern‘ ihren 40. Geburtstag feiern wollen“, schildert Mike, dass sie zu sechst gepinselt haben.

Ganz schön lang dürfen die Fans warten, bis Klaus Pfreundner (Gesang, Keyboard), Lars Rau (Gesang, Gitarre), Manuel Balzar (Gitarre), Johannes Klütsch (Schlagzeug) und Oliver Classen (Bass) – die Technik muss „aufgepolstert“ werden. Traditionell nutzt „Radspitz“ die Technik, die für die Band am Eröffnungs-Freitag installiert wird, für ihren ersten Auftritt. „Wir haben gleich festgestellt, dass das dieses Mal nicht ausreicht“, so Klaus Pfreundner.

Eine Stunde später auf der Bühne

Die Festorganisatoren klingeln bei ihren Technik-Ausstattern an, die packen einen Sprinter voll mit Equipment und reisen an. Aber das dauert seine Zeit: Eigentlich sollte „Radspitz“ ab 20.15 Uhr für Laune-Explosionen sorgen, auf die Bühne kommen sie erst eine Stunde später. Pfreundner, Rau und Co. packen an, helfen ausladen, stöpseln zusammen, was zusammengehört. Nach kurzem Check hebt der „Radspitz“-Chef den Daumen. 60 Minuten Wartezeit für energiegeladene Fans, das ist schon der Hammer, aber gerät zu einer außerordentlich coolen Party, denn aus der Konserve kommen die Partykracher, die jeder kennt. Es wird gesungen, getrunken, getanzt und gelacht. Die Stimmung brodelt schon, als die Jungs mit „Ein Hoch auf uns“ endlich die Bühnenbretter unter sich haben.

Pfreundner wirft mit Komplimenten um sich: „Ihr habt so geil gefeiert und auf uns gewartet – spitze.“ Frenetisch und per Banner wird „Wonderwall“ gefordert – das gibt’s aber erst zu später Stunde. Erst wird die Laune noch gepuscht: „Die Gläser hoch“, heißt es mehrfach. Andreas Gabaliers „Hulapalu“ tut ein Übriges.

„Wisst ihr, wer da ist?“, ruft Pfreundner in die Menge. Fragende Blicke. „Die Kurpfalz-Bären sind in der Weinlaube, kommt mal rauf zu uns“, fordert er. Und sie kommen, die Mädels, bringen einen Teil ihres Betreuerteams mit. Was jetzt kommen muss, ist glasklar: „Die Mädels haben es geschafft, sind in die 1. Bundesliga aufgestiegen“, so Pfreundner, der deshalb sein Versprechen wahr gemacht hat und einen Song eigens für die Bären kreierte: „Steht auf!“ wird live performt und alle singen mit.

Die Atmosphäre hat etwas von Siegestaumel, von Familie, von Freundschaft, Respekt und Megafete. Das bleibt so, bis einige Zugaben den ersten „Radspitz“-Abend nach drei Stunden abschließen. Runterfahren, duschen, Hotel oder noch in der Nacht heimfahren, das steht für die Musiker jetzt an.

Lars Rau übernachtet im Hotel und schaut am Sonntagmorgen im Central Kino vorbei. „Wir haben längst nicht alle Songs am ersten Abend rausgehauen“, erzählt er beim Sommerfest und macht neugierig auf die beiden Konzerte am Donnerstag, 8. August, und Samstag, 10. August, die noch Abwechslung bringen werden – „dahoam in Ketsch im Zelt!“

Info: Mehr Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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