Ketsch

Im Porträt Schulsozialarbeiterin Vivian Pingel steht den Mädchen und Jungen an der Alten Schule mit Rat und Tat zur Seite / Besondere Herausforderungen durch Corona

In Zeiten der Distanz gibt sie die richtige Antwort

Archivartikel

Ketsch.Jemanden zum Zuhören haben, sich Dinge einfach von der Seele reden können oder Antworten auf Fragen bekommen – dies alles sind Chancen, gestärkt durch herausfordernde Zeiten zu kommen. Seit dem 15. Juni haben die Schüler der Alten Schule mit Vivian Pingel eine kompetente Ansprechpartnerin, denn immer Montag bis Mittwoch und Freitag während der Regelschulzeit steht die 28-jährige Sozialpädagogin engagiert zur Verfügung.

„Für mich ist es meine erste Stelle als Schulsozialarbeiterin. Nach meinem Studium der Erziehungs- und Bildungswissenschaften war ich einige Jahre in der stationären Kinder-und Jugendhilfe tätig und freue mich nun sehr, hier in Ketsch tätig sein zu dürfen“, erklärt die gebürtige Emsländerin.

Ansprechpartnerin für Sorgen

Gerade die Arbeit mit jüngeren Kindern sei es, was ihr besonders gefalle, dies habe sie schon während verschiedener Praktika im Studium festgestellt. „Gerade im Grundschulbereich sind in Deutschland noch wenige Schulsozialarbeiter im Einsatz, doch gerade dort halte ich es für besonders wichtig, dass die Kinder von Anfang an einen Ansprechpartner für ihre Sorgen und Nöte haben. Wir stehen in keiner Konkurrenz zu den Lehrern, deren Hauptschwerpunkt die Wissensvermittlung ist, wir ergänzen das Spektrum, damit die Kinder ihre Ressourcen stärken können und zusätzlich positive Erlebnisse sammeln“, beschreibt Pingel ihre Tätigkeit. Zunächst bestehe ihre Aufgabe darin, das Kollegium und die Schüler kennenzulernen. Dafür bediene sie sich der Möglichkeit des „Walk and Talk“. „Wenn ich mit den Kindern ein wenig in der Schule unterwegs bin, ergeben sich oft ganz wertvolle Gespräche und ein anderer Zugang, als würde man am Tisch sitzen. Bisher erlebe ich die Kinder alle ganz offen und aufgeschlossen. Auch das Kollegium hat mich sehr positiv und sehr wertschätzend aufgenommen, ich fühle mich bisher sehr wohl. Ganz wichtig ist, dass alle Gespräche vertraulich und immer ganz freiwillig sind“, bekräftigt Pingel, die ihr Büro im Gebäude des neuen Horts hat. Den Eltern der Schüler stehe sie ebenfalls gerne für Gespräche zu Verfügung, ihre E-Mail-Adresse und Rufnummer werden den Eltern mitgeteilt. „Mit Marion Sandritter, der Schulsozialarbeiterin der Neurottschule, stehe ich in Kontakt, denn sie hatte ja früher einige Stunden an der Alten Schule verbracht. Neu ist nun, dass dauerhaft für 20 Stunden in der Woche mit mir eine Ansprechpartnerin da ist“, ergänzt die Sozialpädagogin.

Durch Corona ist aktuell vieles anders, so wurden die Bewerbungsgespräche bei Postillion, bei der Vivian Pingel angestellt ist, online durchgeführt. Ebenso sei die Situation in der Alten Schule in den ersten Arbeitswochen eine besondere, denn aktuell sind zeitversetzt immer kleine Schülergruppen vor Ort. „Die Schüler haben durch die Krise viele Themen, denn auch der Umgang mit Corona innerhalb der Familien ist sehr unterschiedlich. Manche sind sehr vorsichtig, andere wiederum eher locker, was die Kinder mitbekommen“, bemerkt Pingel.

Erfolgserlebnis für die Familie

Auf die Frage unserer Zeitung nach einem Tipp, vielleicht gerade im Hinblick auf die nun bald anstehenden großen Ferien, antwortet die 28-Jährige beherzt: „Sehr wichtig ist es, gemeinsame positive Erlebnisse zu schaffen. Etwas mit den Kindern unternehmen, an dessen Ende ein Erfolgserlebnis steht, das tut Familien und besonders den Kindern sehr gut.“ In ihrem Beruf fühlt sich die derzeitige „Wahlspeyererin“ angekommen. „Natürlich gibt es auch sehr herausfordernde Arbeitssituationen, jedoch überwiegt die Freude, eine Unterstützung zu sein, und die Wertschätzung, die man zurückbekommt.“

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