Ketsch

Neurotthalle Vierter „Tag der Aktivität“ lockt zahlreiche Besucher an / Gebündelte Information auf kurzen Wegen / Alltagsfitnesstest besonders beliebt

Käthe Aichele: Ich nehme viele Ideen mit, um fit zu bleiben

Ketsch.„Altsein ist eine ebenso schöne Aufgabe wie Jungsein“, dieses Zitat von Hermann Hesse zierte den Infostand des Seniorenbeirats auf der Gesundheitsmeile beim vierten „Tag der Aktivität“. Und um dabei geistig und körperlich aktiv zu bleiben, hat man in der Enderlegemeinde allerbeste Voraussetzungen und zahlreiche Angebote, wie sich bei der von der Gemeinde und dem Seniorenbüro organisierten Veranstaltung zeigte.

„Ich bin erstmals hier und es ist toll“, sagte Kurt König aus Ketsch, der sich gerade über Hörgeräte ein paar Infoflyer mitnahm. Etwa 100 Besucher lockte der „Tag der Aktivität“ und Amtsleiter Ulrich Knörzer freute sich über den großen Zuspruch und dankte der Organisatorin Michaela Issler-Kremer und allen Beteiligten, schließlich lebe eine Gemeinde vom Engagement seiner Mitglieder. Rund 15 Stände auf der Gesundheitsmeile, ein Impulsvortag über das Thema Demenz, die Chance, einen Alltagsfitnesstest oder einen Blutzuckertest zu machen, und die Verpflegung der TSG-Turnabteilung, all dies war im Angebot.

„Wir sind das erste Mal mit einem Infostand dabei und freuen uns, persönlich ins Gespräch zu kommen. Jeden Mittwoch haben wir unser Betreuungscafé und können hier pflegende Angehörige entlasten und Pflegebedürftigen die Gelegenheit bieten, schöne und abwechslungsreiche Stunden zu verbringen“, betonten Annemarie Cornelius und Birgit Wolf von der Betreuungsgruppe Café Vergissmeinnicht. Claus Sauder vom Sozialverband VdK informierte über das Thema Demenz, einer Krankheit, für die es zwar noch kein Heilmittel gibt, aber die durch körperliches und vor allem geistiges Training für den Einzelnen einen positiveren Verlauf nehmen kann.

Geistig fit mit Arabisch

In Deutschland seien rund 1,6 Millionen Menschen von Demenz betroffen, die zu 60 bis 70 Prozent durch die Alzheimer Erkrankung ausgelöst werde. Mit zunehmendem Alter steige das Risiko. Wer allerdings geistig aktiv bleibe, könne gute Präventionsarbeit leisten. „Ich bin 89 Jahre alt und habe nach einem Schlaganfall alles wieder neu lernen müssen. Um mich geistig zu fordern, nahm ich mir vor, Arabisch zu lernen. Zu 80 Prozent kann ich diese Sprache nun und möchte damit sagen, es liegt an einem selbst“, erklärte ein Ketscher Senior aus dem Publikum unter großem Applaus.

Die Tanzeinlagen der Volkstanzgruppe um Helena Moser und die Linedance-Gruppe der Tanzfreunde sorgten für Begeisterung. „Die Linedancer sind alle zwischen 55 und 75 Jahre alt, man braucht keinen Tanzpartner und es macht einfach Spaß“, sagte Vorsitzender Günther Klefenz. Eine lange Schlange bildete sich beim Alltagsfitnesstest unter Leitung von Ellen und Norbert Mutterer. „Ich möchte gerne wissen, wie fit ich wirklich bin und bin heute erstmals beim Test dabei“, berichtete Helga Gerlein aus Ketsch, die sich in ihrer Freizeit mit Wandern, Fahrradfahren und Gymnastik fit hält und in der Nachbarschaftshilfe aktiv ist.

Käthe Aichele aus Hockenheim stellte sich der Herausforderung, bei der unter anderem Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination getestet wurden. „Ich bin heute extra gekommen. Tolle Informationen, ein interessanter Vortrag und viele Ideen, um fit zu bleiben, nehme ich mit“, berichtete die 79-Jährige. Der Tag der Aktivität mit gebündelter Information war für alle Beteiligten sehr bereichernd.

Info: Mehr Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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