Ketsch

Alte Schule In der Medienwoche sammeln Dritt- und Viertklässler Erfahrung mit „Calliope“ / Erstes eigenes Programm entsteht / Schere-Stein-Papier-Spiel

Kinder geben dem Computer präzise Befehle

Ketsch.„Calliope“ – so heißt der kleine Einplatinencomputer, der an vielen Schulen eingesetzt wird, um schon Grundschulkindern erste Eindrücke in das Themenfeld „Programmieren“ zu vermitteln. Nun hatten auch die Dritt- und Viertklässler der Alten Schule die Möglichkeit, die kleinen „Minicomputer“ zu testen.

Angeregt und unterstützt durch Michael Sambeth, selbst Vater eines Viertklässlers der Alten Schule, begannen die Vorbereitungen für dieses Projekt schon im Frühsommer 2018. Nach einem ersten Informationsgespräch war für Susanne Schuster, Multimediaberaterin der Schule, sofort klar: Dieses Projekt muss an der Alten Schule stattfinden.

„Es ist wichtig, dass Kinder in der digitalen Welt nicht nur konsumieren“, so Sambeth. Die Kinder sollen lernen, sich nicht von der digitalen Technik beherrschen zu lassen, sondern stattdessen die Technik beherrschen. Es sei wichtig, dass die Schüler früh erste Einblicke sammeln.

Zu Beginn des Schuljahres versuchte der Förderverein nun einen Klassensatz „Calliopes“ gesponsort zu bekommen. Leider konnte das Projekt in diesem Schuljahr jedoch nicht unterstützt werden. Doch so schnell wollte die Alte Schule das Thema „Calliope“ nicht aufgeben. Michael Sambeth organisierte eine Leihgabe der Gerbersruh Gemeinschaftsschule in Wiesloch, die durch die Organisation „Mit Rat und Tat“ finanziert werden konnte.

Editor übersetzt

Nach einer ersten Untersuchung des kleinen Gerätes kamen die Kinder zu dem Schluss, dass es sich bei dem „Calliope“ um einen kleinen Minicomputer handelt, der mit Bildschirm, Tasten, Stromversorgung und einem Prozessor, sowie verschiedenen Anschlüssen ausgestattet ist. Nun kam die Frage auf, was „programmieren“ eigentlich ist und wie Programme entstehen. Susanne Schuster, die Projektleiterin, stellte den Kindern einen „Editor“ vor, mit dessen Hilfe Befehle „in Computersprache übersetzt“ und an die Minicomputer übertragen werden können.

Wichtig hierbei sind eindeutige präzise Befehle, wie die Kinder bei einer Übung „am eigenen Leib“ erfahren durften. Endlich konnten die Schüler ein eigenes kleines Programm „zusammenpuzzeln“ und am Computer in den Editor übertragen. Dieses Programm, ein Zufallswürfel, wurde dann von jedem Schüler auf einen „Calliope“ übertragen. Nun probierten die Kinder ihren „modernen“ Würfel beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel aus. Dabei stellten sie fest, dass der „Calliope“-Würfel genauso gut funktionierte wie ein herkömmlicher Würfel.

Motiviert durch dieses Erfolgserlebnis wollten die Schüler mehr. Unter Anleitung programmierten sie eine komplexere Befehlskette: Ein Schere-Stein-Papier-Spiel. Im weiteren Verlauf der Woche durften die anderen Dritt- und Viertklässler mit den „Calliopes“ arbeiten. „Ich war überrascht, wie motiviert die Schüler mit den Computern arbeiteten. Nach einer kurzen Einleitung gelang es einigen, eigenständig kleine Programme zu schreiben“, stellt Schuster fest. Die Begeisterung der Kinder sprach für sich: „Wenn Unterricht immer so wäre, wollten wir nie wieder Ferien haben“, so Viertklässlerin Clara. Die Alte Schule entschied sich, weiterhin nach Sponsoren für die „Calliopes“ zu suchen. zg

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