Ketsch

Sun Day Movies Beim Sommerfest im Central feiern Bürger unterschiedlicher Herkunft / Gewünschtes Miteinander intensiviert sich / Werner Ries unterhält als Clown

Kino erfüllt von familiärer Atmosphäre

Ketsch.Wilde Tiger vertragen sich bestens mit glitzernden Prinzessinnen, den Beweis bringt das Sommerfest im Central Kino. Viele Kinder und ihre Mütter kommen in den Hof, der eigentlich Fluchtweg aus dem benachbarten Kino ist. Dorthin haben die Mitarbeiter aus dem Sun Day Movies-Team und des Flüchtlings- und Integrationsbüros eingeladen.

Kurz vor 11 Uhr werden erste Speisen auf das Mitbring-Buffet gestellt: „Wir haben Quiche und Pizza gebacken“, schildert Janine Marielle Ruch, das oft viele süße Speisen mitgebracht werden, man den pikanten Kontrast aber auch bieten möchte. Kaffee ist gekocht, der Tisch mit Gläsern und Getränken gerichtet, Werner Ries stimmt die Gitarre. Er ist beim Sommerfest als Clown verkleidet, der Lieder singt, die jeder mitsingen kann.

Weil sich das Fest vor allem an die Kinder richtet, trällert er „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ oder „Auf der Mauer, auf der Lauer“, die Texte sind bekannt, alle singen mit. Ries kann auch „erwachsen“, wie er sagt. Der Schneewalzer folgt, bei dem alle mitschunkeln.

Die Melodien im Ohr traut sich Shawn als erster auf den Stuhl zum Schminken. Sein Freund Ali stellt sich gleich dazu, beobachtet, wie Amelie Ruch mit Schwamm, Wasser und Farbe einen wilden Tiger aus dem Fünfjährigen zaubert. „Shawn ist mein Freund und der Achmed auch“, erzählt Ali. Shaun nickt. Ali und Achmed sind auch Kumpels. Beide werden auch Tiere aus dem Dschungel.

Die Nationalitäten haben Spaß miteinander auf der Kinderebene und auf der der Erwachsenen. Schnell braucht Amelie Ruch Hilfe, denn die Schlange mit den wartenden Kindern wird lang. Ihre Schwester Janine verabschiedet sich flugs von „Radspitz“-Sänger Lars Rau, der nach dem Auftritt im Backfischfest-Zelt am Vortag kurz vor seiner Heimfahrt reinschaut, und eilt hinzu: Sie macht kleine Mädels mit Farbe zu schillernden Prinzessinnen. Die Kinderaugen glänzen glücklich, als das Makeup fertig ist und sie es stolz Mama oder Oma und natürlich den Freunden präsentieren können.

Mitbring-Buffet mit Limokuchen

Die „Großen“ bedienen sich derweil am Buffet, lassen auch Baklava, Limokuchen und Co. nicht aus. Heißer Tee wird im Samowar angeboten. An den Tischen mischen sich die Sprachen, Ketscher Bürger aus Afghanistan, Syrien, Irak, Eritrea, Kurdistan, Nigeria und aus Deutschland sind zum Fest gekommen. Die Integrationsbeauftragte Anne Ashour-Leidinger sieht viele Frauen häufiger, wie sie erzählt, sie besuchen das Frauencafé, sind bei Ausflügen oder im demnächst endenden Einsteigerkurs mit dabei.

„In der kommenden Woche machen wir noch Ausflüge, etwa nach Dudenhofen zum Barfußpfad, danach sind viele in Urlaub“, erklärt sie. „Die Affen rennen durch den Wald“, stimmt Clown Werner an, die Kinder und Jugendlichen machen mit und suchen verbal die Kokosnuss, die wohl einer der Affen geklaut hat. Harmonie durchzieht die Szene, familiär geht es zu, der Austausch über Gott und die Welt ist rege im Fluss.

Das gewünschte Miteinander intensiviert sich spürbar von Treffen zu Treffen und es wird klar: Hier klappt Integration über alle Grenzen hinweg. Die Kinder und Jugendlichen kennen sich aus Kindergarten und Schule, da gibt es keine Hemmschwellen mehr, es wird zusammen gespielt und gemalt – bis das Sommerfest auf seine zeitliche Zielgerade einschwenkt. Alle freuen sich schon auf das nächste Begegnungsevent „Sun Day Movies“ am Sonntag, 1. September, ab 11 Uhr mit dem Film „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ sowie Kaffee und Kuchen zum gemeinsamen Ausklang freuen.

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