Ketsch

Grüne Stellungnahme von Kandidat Tobias Strassner zum ÖPNV

Kleine Schritte für große Mobilität

Ketsch.Tobias Strassner tritt bei der Kommunalwahl am Sonntag, 26. Mai, für Bündnis 90/Die Grünen an und nimmt zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Stellung, der vor dem Hintergrund „der Transformation des Automobilverkehrs mit Verbrennungsmotoren, neuen Technologien, Mobilitätskonzepten und Digitalisierung“ betrachtet werden müsse.

Die Entwicklungen in der Welt, in Europa, hätten auch mit Ketsch zu tun, „denn auch bei uns wird dies einen sehr großen Einfluss auf unsere Mobilität haben“. Die Herausforderungen, die im Zusammenhang mit der Energiewende, der Verkehrswende und dem Klimawandel auf die Bürger zukämen, seien enorm.

Strassner teilt mit: „Die individuelle Mobilität von heute, jeder mit seinem oder mehreren Autos, wird morgen so nicht mehr funktionieren.“ Die Strukturen und Linien des ÖPNV sollten neu bedacht werden – der Grünen-Kandidat gibt ein Beispiel: „Es gibt eine Schnellbusverbindung von Ketsch nach Mannheim Hauptbahnhof. Die Strecke beträgt laut Google Maps 16,8 Kilometer. Ändert man nun den Linienverlauf des Schnellbusses, indem er von Ketsch nach Mannheim-Rheinau Bahnhof fährt, verkürzt sich die Fahrtstrecke auf 8,3 Kilometer. Die Kosten für den ÖPNV werden über die gefahrenen Kilometer ermittelt: Man könnte mit dieser Idee, das Angebot an Schnellbussen um 100 Prozent steigern, quasi verdoppeln. Das Beste: Es würde nicht mehr kosten“, teilt Tobias Strassner mit.

Eine wichtige Voraussetzung für das genannte Beispiel sei allerdings, eine Verzahnung der Fahrzeiten der Schnellbusse mit der S-Bahn/DB Regio und der Straßenbahn Linie 1/Rhein-Neckar-Verkehr zu erreichen. „Die Fahrtzeit würde bei einem Umstieg in die S-Bahn am Bahnhof Mannheim-Rheinau sogar verkürzt.“ Strassner betont: „Nur wenn wir es gemeinsam, die Bürger von Ketsch und Brühl, die Gemeinde, der Landkreis und die Stadt Mannheim hinbekommen, ein neues Mobilitätskonzept mit ÖPNV zu schaffen, können wir einen großen Beitrag für uns Menschen, aber auch für die Umwelt erbringen.“

Vorzeigebeispiel Straßburg

Ein positives Beispiel liefere Straßburg, wo das Liniennetz 56 Kilometer betrage und täglich 450 000 Fahrgäste gezählt würden. Bei der „Zukunftswerkstatt“ am 10. April im Ferdinand-Schmid-Haus hätten sich Teilnehmer den Bau einer Straßenbahn von Mannheim über Brühl nach Ketsch und andere eine Tram von Ketsch nach Schwetzingen und weiter nach Heidelberg gewünscht. Das würde immense Investitionen bedeuteten, aber mit enorm positiven Effekten, meint Strassner. Mit kleinen Schritten, mit der Schaffung von Leihfahrradangeboten, Fahrradabstellplätzen oder einem Carsharing-Angebot könne derweil in Ketsch begonnen werden. zg

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional