Ketsch

Spargel Bei Bernd Hillenbrand hat die Saison begonnen / Mit Hilfe von Folie frühere Ernte möglich / 16 Euro kostet das Kilogramm höchster Qualität

Königsgemüse ziert sich noch etwas

Archivartikel

Ketsch/Region.Bei Bernd Hillenbrand in der Enderleggemeinde wird seit Gründonnerstag Spargel gestochen. Aber die Mengen, die geerntet werden können, sind noch überschaubar. Der 47-Jährige hat auf seinem Spargelhof in der Durlacher Straße einigen Aufwand betrieben, um die Saison so früh beginnen zu lassen. Verfrühungsfolie und Schwarz-Weiß-Folie halfen mit, damit das Königsgemüse schon jetzt auf den Tisch kommen kann.

„Hätten wir den Wintereinbruch, den wir im Februar hatten, im Januar gehabt, hätten wir in der ersten März-Woche Spargel stehen können“ sagt Hillenbrand. Der Landwirt betont zugleich, dass es ein zweischneidiges Schwert sei. Denn Frost habe zwar einen früheren Beginn der Ernte verhindert, sei aber andererseits für einen besseren Geschmack des Spargels verantwortlich. „Geschmacksfrost“, nennt der Spargelbauer dies.

Zu Preisen ab 4 Euro bis zu 16 Euro für die höchste Qualitätsstufe bietet Hillenbrand den Spargel aktuell an. „Würde ich die ganze Arbeit und die Technik noch mit einrechnen, wäre der Spargel noch viel teurer“, sagt Hillenbrand. Die Folie, die eine zeitigere Ernte ermöglicht, müsse gespannt sein, erklärt der Landwirt. Mit dem Schaufellader habe er an den Rändern mitunter Erde draufgegeben, damit ein stürmisches Wetter keinen Schaden anrichten könne.

Derweil weist seine Frau Manuela darauf hin, dass es sich noch nicht herumgesprochen habe, dass es das königliche Gemüse nun schon gebe. „Wir haben zwar Schilder aufgestellt“, sagt sie, doch die Nachfrage halte sich noch in Grenzen. Die Gastronomie bestellt aber fleißig. Der Spargelhof Hillenbrand beliefert beispielsweise das Seehotel am Ort oder das Restaurant Adler. „Von unseren Kunden habe ich die Rückmeldung bekommen, dass der Spargel sehr gut schmeckt“, erzählt Bernd Hillenbrand.

Erste grüne Stangen

Und der Spargelhofchef bot einer Kundin im Hofladen gestern an, zu späterer Stunde noch einmal vorbeizuschauen. Denn dann gebe es auch den ersten grünen Spargel vor Ort zu kaufen.

In der Region machte der Spargelhof von Steffen Großhans in Hockenheim den Auftakt der Saison, als er bereits Anfang März mit der Ernte des „weißen Goldes“ begann. Es war sogar mit einem Hof in Bayern und Norddeutschland der früheste Spargel bundesweit.

„In acht bis zehn Tagen“ geht es auch in Schwetzingen los, schätzt Max Brenner, Vorsitzender der Spargelgenossenschaft. Allerdings müssten die Temperaturen wie im Moment bleiben. In Schwetzingen werde auf die Hilfsmittel wie Folie oder beheizte Ackerflächen wie in Hockenheim verzichtet.

10 bis 15 Grad benötige das Nachtschattengewächs für sein Gedeihen. Der Spargel ziert sich zwar noch, doch er hat ja auch noch etwas Zeit: Denn in Schwetzingen ist der offizielle Spargelanstich am 21. April. Im Jubiläumsjahr, da seit 350 Jahren Spargel angebaut wird – so lange wie nirgendwo anders in Deutschland – wird er sicher „pünktlich“ erscheinen

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