Ketsch

Nach Silvester Feiernde hinterlassen Plastikkonfetti

Kraus und Martin kehren Brückenweg

Archivartikel

Ketsch.Als Bernd Kraus aus Ketsch am Neujahrsmorgen in den Rheinwald ging, traute er seinen Augen nicht: In der Silvesternacht hatten Feiernde Plastikkonfetti auf der Rheinbrücke verteilt. Bernd Kraus wunderte sich über eine derartige Rücksichtslosigkeit. Innerhalb weniger Stunden wäre das Konfetti in die Natur verweht worden und niemand wäre mehr in der Lage gewesen, diesen Müll aufzusammeln. Er ergriff die Initiative.

„In der Öffentlichkeit wird über Müllvermeidung gesprochen, was neuerlich immerhin zum Verbot einiger kurzlebiger Kunststoffartikel wie Plastiktüten für bestimmte Anwendungen geführt hat“, betont Kraus gegenüber unserer Zeitung, „und hier wird für einen kurzen Spaß Müll am Naturschutzgebiet aus verteilt. Es mag wohl nur eine Tüte voll gewesen sein, aber das summiert sich in der Masse.“ Dieser Plastikmüll liege dann für Jahrzehnte in der Landschaft oder im Wasser, lande irgendwann stromab im Meer. Zudem beklagt Kraus, dass dort, wo schon Müll liege, immer noch etwas dazukomme. „Und so entsteht wieder eine wilde Müllablage.“ Werde von Regelungen, Verboten und Bestrafung gesprochen, fühlten sich manche sofort in ihrer Freiheit beschränkt, so Kraus. Doch Freiheit könne nicht grenzenlos sein. Sie höre spätestens da auf, wo die des anderen anfange. „Die Umwelt gehört allen, somit greift man mit deren Vermüllung in die Freiheit der anderen ein“, ergänzt er. Auf Einsicht könne man nur hoffen und es werde sicher auch bei einigen fruchten, aber es werde erfahrungsgemäß nicht bei jedem ankommen, meint Kraus weiter. Seiner Meinung nach seien ohne Verbote und drastische Strafandrohungen solche Handlungen wie an der Rheinbrücke wohl nicht zu verhindern. Die Bewertung als „kleine Ordnungswidrigkeit“ wirke bei Bußgeldern von 10 bis 30 Euro da eher amüsant.

Damit der Dreck nicht in der Natur verteilt wird, hat Bernd Kraus zusammen mit Günther Martin kurzerhand Besen und Schaufel geholt und das Konfetti aufgekehrt und entsorgt. zg/ras

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