Ketsch

Hausfrauengemeinschaft Waldpiraten schenken Mut und Kraft

Krebskranke Kinder mit 1500 Euro unterstützt

Ketsch.Idyllisch am Rande des Heidelberger Stadtwaldes liegt das Waldpiraten-Camp, seit 2003 einmalig für Deutschland. Das Camp ist eine Einrichtung der Deutschen Kinderkrebsstiftung und wird von den Elterngruppen zugunsten krebskranker Kinder mitfinanziert.

Die Damen der Hausfrauengemeinschaft lassen bei der Weihnachtsfeier, der Mitgliederversammlung, dem Heringsessen und der Muttertagsfeier immer ein Spendenglas umgehen. So kamen in diesem Jahr 1500 Euro zusammen, die an Nicole Matthis vom Waldpiraten-Camp überreicht wurde. Mit Stolz möchte sich der Vorstand nochmals bei den Mitgliedern für ihre Spendenbereitschaft bedanken.

Ungewollte Sonderrolle

In den Ferienzeiten werden Campzeiten für krebskranke Kinder und Jugendliche sowie ihrer Geschwister veranstaltet. Krebs macht vor Kindern nicht halt. Jährlich erkranken etwa 2000 Kinder an dieser bösartigen Krankheit, doch die Heilungschancen sind sehr gut, wenn sie in einem Kinderkrebszentrum behandelt werden.

Manche Kinder müssen mit dem Verlust eines Armes oder Beines zurechtkommen, dadurch nehmen sie oft ungewollt eine Sonderrolle in der Familie ein und trauen sich oftmals nicht mehr viel zu. Das Programm ist speziell auf Kinder zugeschnitten.

46 Kinder und 20 Betreuer übernachten in rustikalen Blockhütten, einige davon sind behindertengerecht ausgestattet. Im Multifunktionshaus befinden sich Werkräume und ein Theater. Einmal in der Woche backen die Kinder im eigenen Backhaus Pizza oder bereiten sich selbst eine Suppe mit frischen Zutaten zu. Neben Spaß in der Natur bei Klettern, Wandern und Kanufahren, stehen erlebnispädagogische Inhalte und Gruppenerfahrungen im Vordergrund der Waldpiraten. Die Rückkehr in den Alltag ist für die Kinder oft kräftezehrend.

Im Camp können sie in den acht bis neun Tagen Aufenthalt langsam wieder Mut und Kraft tanken. Die Geschwisterkinder, auch von verstorbenen Kindern, mussten oft lange Zeit zurückstecken. Hierfür gibt es zusätzlich spezielle Trauergruppen, um das zu verarbeiten und wieder zu sich zu finden. bs

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