Ketsch

Fischerstechen Die "Seefahrer von Catan" lassen ihren Gegnern im Männer-Wettbewerb keine Chance / Von den 34 Teams sind 14 Frauengruppen am Start

Krümelmonster vernaschen Konkurrenz

KETSCH.Klasse Wetter, 34 tolle Teams, Gaudi, Musik, Wasser, Partylaune - Schlagworte, die auf den Punkt beschreiben, was sich am Badestrand Hohwiese und im Wasser des Sees beim 18. Fischerstechen abspielte. Frauenpower satt war in diesem Jahr mit 14 weiblichen Mannschaften - eine kreativer verkleidet als die andere - angesagt. Titelverteidiger waren "Poseidons Töchter", die sich den "Krümelmonstern" mit Desiree Themel, Melissa Weik, Rebecca Berg und Maren Herm geschlagen geben mussten.

Die putzigen Monster in blasslia Anzügen mit angeknabberten Schokokeksen drapiert und niedlichen Tüllröckchen um die Hüften stachen in Sachen Kostüm bereits am Freitagabend die Konkurrenz aus und bekamen auch den Pokal fürs schönste Outfit. Aus 20 Männer-Teams schafften sich die "Seefahrer von Catan" mit Andy Piller, Berni Fitterer und Günni Hemmerich aufs obere Siegertreppchen. Sie sind als "Dauerbrenner" zum 18. Mal am Start. Als Jungs im Freibeuter-Look punkteten sie mit ihren Kostümen allerdings nicht, in der Kategorie wurden sie von den "Super Mario Stechbrothers" ausgestochen.

"Wir mussten Freitagabend abbrechen - der Wind war zu stark, deshalb ging es bei Sonnenschein am Samstagnachmittag etwas länger ans Werk", erklärte Ralf Rapp vom Organisationsteam um die Handballmänner der TSG. In der aufmerksamen Jury saßen neben Zunftmeister Jens Kochendörfer am Freitag Gerhard Weixler und Dieter Mummert, am Samstag taten Gerd Jungmann und Michael Seitz ihren Dienst des scharfen Blicks.

Bei aller Gaudi sind einige Regeln vorgegeben, an die sich die Teilnehmer halten mussten: Etwa dass man den grünen Bereich auf dem Ausleger während des Wettstreits nicht verlassen darf, die Stechstange nicht zum Abstützen missbraucht wird oder gar im Wasser landet. So passiert im Finale zwischen den "Seefahrern aus Catan" und den wüsten "Barbaren" in ihren Zottelfellen mit Langbart. Den Barbaren entglitt die Lanze mit der Ballspitze und tauchte schon beim ersten Stoßabtausch ins Wasser - nach dem Regelwerk ist damit der andere Teilnehmer Sieger. Etwas enttäuscht, aber letztendlich doch einsichtig, nahmen die wilden Jungs das Urteil der Jury an und landeten auf Platz zwei.

Genauso ist das mit der Zeit: Fünf Minuten sind vorgegeben, darüber hinaus erfolgt einmal ein Stecher-Wechsel und die Strafpunkte zählen am Ende für den Sieg aus einer Begegnung. Manche Mannschaften machten es spannend, forderten übermütig das Anfeuern des Publikums und balancierten sich nach Stupsen und Schubsen doch wieder stehend auf dem Brett.

Rudern mögen nicht alle

Nicht ganz die Kurve schafften einige, denn es gilt nur Start frei, wenn die beiden Boote auf je einer Seite neben der "Kampfgrenze", einem verankerten weiß-roten Schwimmbahn-Trennband, anfahren. Klappte das nicht, hieß es Ehrenrunde und noch mal von vorn - Rudern ist eben nicht Jedermanns Sache.

Spannend wurde es in den Achtel- und Viertelfinals, denn hier entschied sich im K.o.-System, wer den Sprung aufs Siegertreppchen und zu den begehrten Pokalen und Preisen schaffte. Nach etwa acht Stunden Ausscheidungsläufen kristallisierten sich die Paarungen um die ersten Plätze im Jubel der Feiergäste heraus. Beklatschte Finalkämpfe waren zu sehen.

Für die fairen Fahrten und die klasse Stimmung dankten in der bereits langsam untergehenden Sonne Konrad Kemptner von den Handballern und Bürgermeister Jürgen Kappenstein, die Pokale, Getränke und Gutscheine für Restaurantbesuche oder Einkäufe bei der Metzgerei vergaben.

Und in alter Tradition ließ sich das Gemeindeoberhaupt von den Erstplatzierten und Kemptner in voller Montur ins Wasser schubsen - eine coole Aktion, die alljährlich mit vielen Pfiffen und Beifall honoriert wird. In und ums große Festzelt war am Freitagabend Schlagermusik der Kracher, samstags legten DJ Charly und DJ Wolle alles auf, was zum Mainstream, zum Tanzen und zum Partymachen dazugehört.

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