Ketsch

Kurpfälzer Dellendesign

Archivartikel

Der große Hagel sorgte nicht nur in Ketsch für erhebliche Sachschäden. So sah ich an jenem verhängnisvollen Samstag im benachbarten Brühl zu, wie die vom Himmel stürzenden Eiskugeln meinem Auto eine ganz neue Form gaben. Delle an Delle wurde in das rotlackierte Blech gedrückt. „Wirtschaftlicher Totalschaden“ nannte das meine Versicherung später. Gleichwohl begleitete mich mein geliebter Fiesta noch einige Monate durch den Verkehr. Solche Autos im Golfball-Look waren in der Region damals ein absolut alltäglicher Anblick.

Es war zwei Jahre nach dem großen Hagelunwetter von Ketsch. Nachdem ich mir ein neues Auto gekauft hatte, das sich mit glattem Blech präsentierte, stand ich auf einem Supermarkt-Parkplatz in der tiefsten Eifel und lud die Einkäufe ein.

Plötzlich hielt neben mir ein Wagen, der in der Kurpfalz nicht weiter aufgefallen wäre, doch 300 Kilometer von dort entfernt sorgten die vielen kreisrunden Dellen im Blech für Aufmerksamkeit. Ein Nachbar, schoss es mir durch den Kopf. Doch ein kurzer Blick auf das Nummernschild belehrte mich eines Besseren – der Wagen mit Orangenhaut kam aus dem Kreis Mettmann im Rheinland.

Kaum war der Autofahrer ausgestiegen, brillierte ich mit meinem profunden Wissen: „Den Wagen haben Sie wohl günstig in Ketsch gekauft!“ Der Mann schaute mich entgeistert an. „Woher wissense datt denn?“ Meine kurze Antwort: „Ich kenne das Kurpfälzer Dellendesign – bin es selber lange gefahren . . .“

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