Ketsch

Sonnenernte Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz soll intensiviert werden / Vorstand hofft auf mehr Rücksicht

Letzte große Grünlandflächen erhalten

Ketsch.Der Verein Sonnenernte will die Natur- und Landschaftsschutzgebiete für unsere Kindeskinder stärker schützen. Das schreibt der Verein in einer Mitteilung. Beim letzten Mitgliedertreffen wurde die Wichtigkeit der Naturschutzgebiete erläutert, die rechtsverbindlich Gebiete festsetzt.

In ihnen ist ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft in ihrer Ganzheit oder in einzelnen Teilen zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wildlebender Tier- und Pflanzenarten erforderlich. Die Umweltschützer sind froh, dass der Karl-Ludwig-See, die Ketscher Rheininsel und die Schwetzinger Wiesen unter Naturschutz stehen. Unsachliche Debatten von Kommunalpolitikern und Interessenvertretern über diese schützenswerten Flächen helfen niemandem.

Für die Zukunftsvorsorge ist es nach Angaben des Vereins erfreulich, dass in den vergangenen Jahrzehnten für die Schwetzinger Wiesen, die auch als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und als Vogelschutzgebiet ausgewiesen sind, vorbildlich dutzende Landschaftspflegeverträge mit Bauern aus der Umgebung abgeschlossen wurden. Deshalb erhalten die Landwirte aus dem Haushalt des Naturschutzes Zahlungen, um die wertvolle Natur zu erhalten und fördern.

Wertvolle Biotope schützen

Dieses Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz sollte weitergehen und intensiviert werden. Helfen kann dabei der am 28. Februar 2013 im Landratsamt in Heidelberg gegründete Landschaftserhaltungsverband (LEV) Rhein-Neckar.

Dadurch lässt sich beispielsweise auch die Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur-und Landschaftsschutzgebiet „Schwetzinger Wiesen-Riedwiesen“ vom 16. November 1984 leichter einhalten: Schutzzweck der Naturschutzgebiete ist die Erhaltung des vielfältigen Mosaiks zahlreicher unterschiedlicher Biotope mit hoher ökologischer Bedeutung, die sich im Überschwemmungsbereich des Rheins aus aufgelassenen Ziegeleigruben ungestört zu wertvollen Feuchtgebieten entwickelt haben.

Außerdem ist auch die Erhaltung letzter großer Grünlandflächen der Rheinaue mit ausgeprägtem Relief früherer Rheinarme wichtig sowie die Erhaltung und Wiedereingliederung der natürlichen und künstlichen Gewässer, die Erhaltung und Förderung der an die unterschiedliche Feuchtigkeit angepassten Vegetation der Gewässer, Röhrichte, Sandflächen, Wiesen, Gebüsche, Hecken und Auwälder mit zahlreichen gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten.

Behörde muss informiert werden

Wichtig ist dafür, dass Handlungen, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können, der schriftlichen Erlaubnis der höheren Naturschutzbehörde bedürfen.

Schutz- und Pflegemaßnahmen werden durch die höhere Naturschutzbehörde in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnungen fortgeschrieben. In verlandeten Altarmen haben sich Moore gebildet, die enorme Mengen von CO2 binden. Die Freisetzung des CO2 könnte nicht nur das Grundwasser mit Nitrat belasten, sondern auch unser Klima zusätzlich verschlechtern. Die Moore sind von überregionaler Bedeutung. Wahrscheinlich auch deswegen konnte die Naturschutzbehörde den Landwirten nicht erlauben, die verschlammten Gräben frei zu machen.

Der Vorstand von Sonnenernte hofft, dass bei allen Naturschutzgebieten von den Entscheidungsträgern künftig mehr an Rücksichtnahme und Schonung der letzten natürlichen Flächen gedacht wird. Dies gilt für Auwald (-reste) – eine natürliche Pflanzengesellschaft entlang von Bächen und Flüssen – und Wiesen, aber auch wassergefüllte Tongruben, Moore und lange Hecken mit Feldgehölzen. zg

Info: Infos über Sonnenernte unter www.sonnenernte.hpage.de erhältlich. Anregungen bitte an die E-Mail sonnenernte@web.de

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