Ketsch

Musikverein Übungsstunden finden in der großen Rheinhalle statt / Dort besteht eine bessere Lüftungsmöglichkeit

„Lieber ein wenig Probe als gar kein Zusammenspiel“

Archivartikel

Ketsch.„Es sind zwar immer noch nur sehr kleine Schritte, aber immerhin bewegt sich etwas“, freut sich die Spitze des Musikvereins 1929 in einer Pressemitteilung. Nach den ersten Lockerungen der Corona-Verordnung des Landes hatten die Verantwortlichen des Vereins die Entwicklung, wie sie betonen, sehr genau verfolgt. Dabei wurde schnell deutlich, dass eine „normale Probe“, wie sie bisher immer am Freitagabend in der Rheinhallengaststätte durchgeführt wurde, auf absehbare Zeit nicht möglich sein wird.

Ziel der Überlegungen war daher, in einem ersten Schritt überhaupt wieder so etwas wie eine Probe durchzuführen zu können – und sei es auch nur mit einer sehr begrenzten Anzahl von Musikern. Eine besondere Schwierigkeit habe sich daraus ergeben, dass es für Blasorchester keine speziellen Regelungen geben würde. Vielmehr würden die Regelungen für Musikschulen entsprechend herangezogen sowie die Regelungen für Kultureinrichtungen, wie etwa Theater und Opernbühnen, bilanziert der Vorsitzende Günter Karl. Hinzu komme, dass für die einzelnen Bereiche teilweise unterschiedliche Zuständigkeiten bestünden und dass sich die Regelungen in einem Prozess laufender Veränderung und Anpassung befänden, hebt er hervor.

Da sei es hilfreich, dass der Blasmusikverband seinen Mitgliedsvereinen eine Handreichung für den Probe- und Unterrichtsbetrieb zur Verfügung gestellt habe, die ständig aktualisiert und fortgeschrieben werde, so Karl.

Nach internen Beratungen von Vorstand und Dirigenten wurde so ein erstes Konzept für das Ketscher Ensemble erstellt – abgestimmt mit der Gemeindeverwaltung. „Auf dieser Grundlage wird jetzt mit einem ersten „Kleinst-Probe-Betrieb“ begonnen, heißt es weiter. Ein ganz praktisches Problem zeigte sich dabei schon in der Vorbereitung, denn die einschlägigen Regelungen sehen vor, dass der Proberaum aufgrund der Aerosolbildung in kurzen Abständen durchgelüftet werden müsse. „Aber wer die Rheinhallengaststätte kennt, der weiß, dass ein Durchlüften dort schon aus baulichen Gründen schlicht nicht möglich ist und diese auch nicht über eine Klimaanlage verfügt“, stellt Karl fest. Daher werde der Probebetrieb nunmehr in der Rheinhalle starten, die beidseitig über Fenster zum Lüften verfüge.

Zumindest mit dem Erfordernis der „Nachverfolgbarkeit“ gibt es beim Musikverein keinerlei Probleme: Zur Probe kommen darf ohnehin erst einmal nur, wer für die jeweils vorgesehene Probe von dem Dirigenten eingeladen wird.

„Das ist selbstverständlich nur eine Notlösung und kein zukunftsweisendes Konzept“, stellt Dirigent Patrick Wewel klar, „aber lieber ein wenig Probe als gar keine. Und ich freue mich, endlich wieder meine Musiker zu sehen – und hoffe natürlich, dass das umgekehrt auch der Fall ist.“ zg/as

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional