Ketsch

„Radspitz“ Kultband kommt ohne feste Setliste aus / Seit 40 Jahren auf der Bühne

Liedfolge entsteht spontan

Archivartikel

Ketsch.Es ist schwer zu erklären, was die Faszination „Radspitz“ beim Backfischfest ausmacht – Party, Stimmung, ausgelassen feiern. Gerne wird auch das Wort „pur“ hinten angefügt. Das trifft es aber nur zum Teil. „Partystimmung pur“ beanspruchen viele für sich.

Wenn „Radspitz“ die Bühne betritt, hat es fast schon etwas Magisches. Sobald sich die Membran der Boxen das erste Mal rührt, geht es eine Etage höher – für alle, für rund 3000 Menschen im vollen Festzelt. Man muss es erlebt haben, dann versteht man den Kultcharakter der Musiker um Frontmann Klaus Pfreundner.

Den ersten von drei Auftritten im Bruch legt „Radspitz“ am Samstag, 3. August, um 20.15 Uhr hin. Wer die Playlist haben möchte, wird eines Besseren belehrt – es gibt keine. Nur so viel kann Pfreundner im Gespräch mit unserer Zeitung sagen: „Das Intro wird das gleiche wie vergangenes Jahr sein.“ Ansonsten werde spontan entschieden, welcher Cover- oder eigene Song als nächstes kommt. Auch das erste Stück wird erst eine halbe Stunde vor dem Auftritt festgelegt.

Besondere Bären-Beziehung

Das könnte gar zum Geheimrezept des „Radspitz“-Erfolgs in Ketsch gehören. Bei drei Auftritten gibt es keinen identischen. „Ich habe mich lange dagegen gesträubt, dreimal zu spielen. Denn das ist eine Herausforderung“, sagt Pfreundner. Er zieht einen Vergleich aus dem Fußball heran: „Jeder erwartet Vollgas. Aber es geht in Ketsch jedes Mal wieder bei 0:0 los.“ Natürlich wisse die Band, was sie könne. Doch erst einmal müsse es auch wieder ins Zelt gebracht werden.

Eine besondere Beziehung gingen „Radspitz“ und die Handballerinnen der TSG, besser bekannt als Kurpfalz-Bären, im vergangenen Jahr ein. „Wenn ihr aufsteigt, schreibe ich euch einen Song“, war Pfreundners Credo. Die Ketscher Bären sind in die Bundesliga aufgestiegen und bekamen ihren Song: „Steht auf“. Der wird ertönen, zumal die wurfgewaltigen Damen mit Saskia Fackel, Samira Brand oder Carmen Moser im Festzelt sein und dort in der Weinlaube des ASV 1928 Platz nehmen werden.

Ob die Mädels wissen, warum „Radspitz“ „Radspitz“ heißt? „Weil der Heimatort der Urbesetzung aus Seibelsdorf stammt und ein Berg im Frankenwald in unmittelbarer Nähe Radspitze heißt“, erklärt Pfreundner. Der hat selbst mit seinen Bandkollegen allen Grund zu feiern: Seit 40 Jahren besteht „Radspitz“ – der besonderen Band für die Enderlegemeinde darf schon deshalb wieder gehuldigt werden. mab

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional