Ketsch

Kurpfalz-Wanderer Beim Fest an der Rheinhallengaststätte gehen 600 Menüs über die Theke / Sorge um den Nachwuchs

„Man ist ja auf seinen Haxen unterwegs“

Archivartikel

KETSCH.„Unser Haxenfest hat Tradition“, sagt Peter Nauth, Vorsitzender der Kurpfalz-Wanderer. Das fand zum 39. Mal an der Rheinhallengaststätte statt. Seit Jahresbeginn ist Nauth Vorsitzender der rund 120 Mitglieder. Er wirkte ein wenig erleichtert, nachdem der Tag sehr schleppend angelaufen war, was die Gäste anbetraf. „Für morgen haben wir eine größere Vorbestellung“, sah er den zweiten Tag als den Haupttag des Fests.

Die Hitze und die Fußball-Weltmeisterschaft wurde dem Fest zum Verhängnis. Frank Lück ging das nicht so: „Die Haxen mit Kraut sind total lecker“, sagte er, und marschierte mit zwei voll beladenen Tellern zum Sitzplatz im Schatten. Wie er sahen das auch einige Schwimmbadgäste, die nach Runden im kühlen Nass die Energiezufuhr in fester und flüssiger Form im Sinn trugen. „Wir haben extra Sonnenschirme organisiert, weil wir mit der Hitze gerechnet haben“, so Nauth.

Er erzählte, wie das Haxenfest einst entstanden war: „Im Jahr 1979 ist das Fest aus den Frauenaktivitäten des Vereins geboren, denn während die Männer eine Sitzung hatten, begannen die Damen knusprige Haxen zu verzehren. Und weil das so schön passte – als Wanderer ist man ja auf seinen Haxen unterwegs – war das Haxenfest geboren.“

Lauen Abend genießen

Bis heute gehen an den zwei Tagen bis zu 600 Haxen über die Theke. Sonntags werden die Haxen um die Mittagszeit auch abgeholt und Zuhause gegessen, das hat auch schon seine Liebe Gewohnheit. „Den lauen Abend heute genießen doch noch einige Leute hier bei uns“, freute sich auch der neue Vizevorstand Franz Mutter. Der 62-Jährige hat sich mittlerweile ein Jahr lang mit dem Verein und den diversen Abläufen befasst und sich bei der Jahreshauptversammlung im Januar wählen lassen. Nun in Rente kann er sich nach eigener Einschätzung „mit Leib und Seele“ dem Vereinsleben widmen. Es sei ein gewaltiger Aufgabenbereich, was man nach außen kaum wahrnehmen würde, stellt er klar, dass nicht nur die Organisation der beiden eigenen Veranstaltungen, sondern auch Buswanderfahrten, Radwanderungen und interne Kegelaktionen übers Jahr und die vierteljährlichen Sitzungen vorzubereiten seien.

Als größte Sorge den Verein betreffend sah Mutter die Tatsache, dass es zu wenige junge Menschen gibt. „Das Alter liegt zwischen 30 und mindestens 91 Jahre“, sagt der Vizevorstand, wobei im unteren Altersbereich nur eine Handvoll Mitglieder verzeichnet sei. Verständnis hat er dafür schon, denn die Jüngeren gehen noch arbeiten und sind die ganze Woche unterwegs, „dass man da am Wochenende entspannen und nichts tun will, ist klar“.

Dennoch wird er versuchen, weitere Mitglieder zu gewinnen. „Beim Haxenfest haben wir durch Erzählungen, was wir alles unternehmen, schon Mitglieder gewinnen können“, so Vorstand Peter Nauth. Mutter setzt auch ein wenig auf die Ferienspiele, an denen sich die Kurpfalz-Wanderer am Mittwoch, 22. August, mit einem Ausflug in den Karlsruher Zoo beteiligen. Da könne man dann gut mit den Eltern beim Bringen und Abholen mal ins Gespräch kommen. zesa

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