Ketsch

Central Bei Sun Day Movies berichtet elfjähriger Flüchtling aus Syrien / „Thilda und die beste Band der Welt“ wird gezeigt / Nächstes Mal mit ZDF-Redakteurin

Maram ist angekommen und treuer Gast beim Integrationsprojekt

Archivartikel

Ketsch.Maram ist elf Jahre alt, sie ist in Deutschland und in der Enderlegemeinde angekommen, sagt sie auf die Fragen von Janine Marielle Ruch bei der Sun Day Movies-Vorstellung am Dreikönigstag.

Vor zwei Jahren ist die junge Syrerin mit ihrer Familie nach Ketsch gekommen und seither treuer Gast bei allen Kinovorstellungen im Rahmen des Integrationsprojekts Sun Day Movie. Das Konzept „Kino als Kommunikationsplattform zwischen Nationalitäten“, um das sich das Sun Day Movies-Team kümmert und die sonntäglichen Events organisiert, geht in Ketsch auf. Zur Mannschaft gehören Mitglieder des Kinovereins und der örtlichen Flüchtlingshilfe, die ehrenamtlich arbeiten. Unterstützt wird das Projekt vom Kinoverein und der Gemeinde. Schwerpunkt ist nach wie vor, eine Plattform, einen Ort der Begegnung für das Kinoerlebnis und den zwanglosen Austausch bei Kaffee und Kuchen nach dem Film zu bieten.

Gern gesehene Gäste sind auch immer Vereine, Gewerbetreibende und Gruppen, die mit und für Geflüchtete arbeiten und sich und ihre Arbeit vorstellen möchten. Kontakt dafür gibt es unter Sundaymovies@kino-ketsch.de oder kino@fluechtlingshilfe-ketsch.de.

Schülerin der Alten Schule

Maram ist als Gesprächspartnerin gerne bereit von ihrem Leben, dem Alltag, den ihre Familie lebt, zu erzählen. Maram und ihre jüngere Schwester Karam besuchen die Alte Schule, haben Freunde gefunden, sagt sie. Mit dem Fahrrad ist die junge Migrantin im Ort selbstständig unterwegs, „Das zeigt, wie gut die jungen Geflüchteten mittlerweile zurechtkommen“, freut sich Ruch, die den aktuellen Film „Thilda und die beste Band der Welt“ mit anschaut und Maram vorher befragte. Rund 40 Personen sind da, erleben den Film um Musik, Abenteuer und die Macht der Freundschaft.

Thilda spielt Cello, ist immer allein, weil ihre Eltern beruflich immer unterwegs sind. Die Mitschüler mögen sie nicht, ansonsten ist ihr Alltag auch eher trostlos. Gut, dass die neunjährige Thilda auf ihrem Instrument auch richtig rocken kann, das ist ihr Ticket um in der coolen Band „Los Bando Immortale“ aufgenommen zu werden.

Mit den etwas älteren Jungs fährt sie zu einem Rockcontest. Eine abenteuerliche Geschichte entspinnt sich als Roadtrip durch die sagenhafte Landschaft von Dänemark über Schweden bis Norwegen. Amüsant und nachdenklich machend, wie die erwachsenen Besucher nach der Vorstellung bei Kaffee und Kuchen erklären, geht es doch auch darum, dass Kinder oft wegen des Berufs der Eltern viel Zeit alleine sind.

Im Februar gibt es „Fünf Freunde und das Tal der Dinosaurier“ zu sehen: am Sonntag, 3. Februar, um 11 Uhr. Gast bei dieser Vorstellung ist die Journalistin und Autorin Arta Ramadani. Die gebürtige Kosovarin ist Redakteurin beim ZDF und wird viele Fragen beantworten. Unter anderem natürlich zu ihrem Erstlingswerk: „Die Reise zum ersten Kuss: eine Kosovarin in Kreuzberg.“ Es ist keine Autobiografie, aber gespickt mit vielen Fragen, die sich auch in Arta Ramadanis Kopf umtrieben, als sie im Alter von zwölf Jahren, vor 21 Jahren, nach Deutschland kam. „Wir freuen uns auf ein spannendes Interview“, sagt Janine Marielle Ruch, die moderieren wird, und lädt alle ein, mit dabei zu sein. zesa

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional