Ketsch

Breuners Buchtipp Leiterin der Gemeindebücherei empfiehlt den Roman „Der Klavierspieler vom Gare du Nord“

Mathieu bekommt die Chance seines Lebens

Ketsch.In Zeiten, in denen man soziale Kontakte wegen des Coroanvirus meiden muss, kann vielleicht ein gutes Buch einen Dienst erweisen. Die Leiterin der Gemeindebücherei, Barbara Breuner, ist mit ihrem Team zwar nicht mehr zu erreichen, weil die Bücherei geschlossen ist, aber an dieser Stelle gibt sie in loser Reihenfolge Tipps – zumal es die Onleihe, also die Ausleihe über www.metropolbib.de gibt:

In „Der Klavierspieler vom Gare du Nord“ von Gabriel Katz ist Mathieu die Hauptfigur. Der Junge aus ärmlichen Verhältnissen lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter und dem kleinen Bruder irgendwo am Rande der Gesellschaft in der Pariser Banlieue. Ohne Noten lesen zu können, spielt er klassische Musikstücke auf dem Klavier, anstatt Hip-Hop oder Rap zu hören wie seine Kumpels.

Außer seinem musikalischen Talent hat er nichts vorzuweisen, als er auf die schiefe Bahn gerät. Stünde da nicht am Bahnhof – am Gare du Nord – ein Klavier, wäre Mathieu nie Pierre, dem Direktor des Pariser Konservatoriums begegnet. Diese Zufallsbekanntschaft führt dazu, dass sich Mathieus Leben ändert.

Eine ungewöhnliche Freundschaft

Pierre ermöglicht Mathieu die Teilnahme am renommiertesten Klavierwettbewerb des Landes. Auch wenn sich der junge Mann anfangs sträubt, beginnt er langsam zu begreifen, dass ihm hier die Chance seines Lebens geboten wird. Der ergreifende Roman ist ein gelungenes Zusammenspiel über die verbindende Kraft und eine ungewöhnliche Freundschaft – ein Buch, das man so schnell nicht aus der Hand legen möchte. Vor der Lektüre des Buches – das übrigens auch in der Onleihe zu entleihen ist – kann ich dem Leser nur empfehlen, sich mal auf YouTube Rachmaninows zweites Klavierkonzert anzuhören. Umso mehr wird man beim Lesen die Wahl des Autors gerade für dieses Musikstück bestens verstehen. zg/mab

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