Ketsch

Haus der Begegnung Alfred Müller und Anita Belschner entführen beim Altennachmittag musikalisch ins Alpenland

Melodien voll Lebenslust und Liebesleid

Ketsch.Einen Hörgenuss nach dem anderen servierten Alfred Müller und seine Cousine Anita Belschner beim Altennachmittag im Haus der Begegnung. Sie sangen im Duett und einzeln und forderten das Publikum zum Mitsingen auf. Alfred Müller begleitete die Vorträge auf dem Akkordeon. „Wir haben halt schönes Wetter gebucht”, freute sich Rudi Kurbiuhn bei der Begrüßung und hieß die Solisten aus Heidelberg willkommen, die nach der Kaffeetafel für prächtige Unterhaltung sorgen würden.

Kaum war das Kaffeegeschirr abgeräumt, entführten sie die Senioren mit einem Jodler ins Alpenland. „Früher diente Jodeln der Unterhaltung von Berg zu Berg. Jodeln ist ein Ausdruck purer Lebensfreude,” bekannte Alfred Müller. Er hat diese Kunst von einem Lehrer in Österreich perfekt gelernt und seine laufenden Jodelkurse sind in der Heidelberger Akademie für Ältere sehr gefragt.

Das nächste Lied führte zu Peters Brünnele, wo der „herztausige Schatz bei em andre” ertappt wurde. Wie das Laub früher zusammengerecht wurde als Streu für das Vieh, erzählte der folgende Jodler. Nachdenklich stimmte das gemeinsame Lied voller Herzschmerz von der Waldeslust. Der Vater unbekannt, die Mutter lieblos, und dann auch noch Trennung vom Schatzi hieß es da im Text. „Mein Vater war ein Wandersmann” beschwor das Wanderleben als Gesundheit für das Herz, rauschende Bächlein und zwitschernde Vögel gab es als Erlebnis noch dazu.

Sodann interpretierte das Duo die „Bergvagabunden” mit angehängtem Jodler in einer Fassung von Alfred Müller. Die Truppe versprach ihre Treue und machte sich mit brennenden Herzen auf den riskanten Weg in die Steilwand. Im Gedicht in Pfälzer Mundart besuchten Franz und Schorsch ihre liebe gute Oma. Im Kinderzimmer gab es nur ein Bett. Oma sang ein Schlaflied. Die Buben wurden sich nicht einig, denn Schorsch beanspruchte das Bett für sich – Franz sollte auf beiden Seiten liegen.

Einen Jodler als Geschenk

Um Liebesleid ging es im Volkslied „Horch, was kommt von draußen rein“. Die Hochzeit des Liebchens endete mit einem Grab. Im Stil von Maria Hellwig trug Alfred Müller einige „G’stanzerln” im Dialekt vor und übersetzte sie anschließend ins Deutsche. Da wurde dem Mädchen geraten, einen ihr angenehmen Burschen zu heiraten. Die Sennerin nannte er auf Deutsch „Kuhbusenmasseuse“, und als sie in die Jauchegrube gerutscht war, wurde am ganzen Körper „Sonnenbräune” sichtbar. Als besonderen Höhepunkt werteten die Zuhörer den Erzherzog-Johann-Jodler, interpretiert von Alfred Müller. Mit „Ich bring dir zum Geburtstag einen Jodler als Geschenk” gratulierten sie im Duett allen Geburtstagskindern. Am Ende erntete das Duo verdienten Beifall, und die Senioren waren sich einig: „Alfred Müller und Anita Belschner müssen bald wiederkommen!”

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