Ketsch

Gemeindebücherei Rund 120 Romane sind verpackt und liefern den Überraschungseffekt / Von Krimi bis Fantasy

Mit dem „Blind Date“ in den Urlaub

Ketsch.Urlaubszeit ist „Blind Date“-Zeit – jedenfalls in der Gemeindebücherei, wo ab Montag, 17. Juni, insgesamt 120 verpackte Bücher vorbereitet sind. Lediglich Stichworte liefern Hinweise, was im Roman schlummert, welche Geschichte erzählt wird, wer die Hauptperson(en) sein könnte(n), wo der Ort des Geschehens die Fantasie anregt. Büchereileiterin Barbara Breuner rechnet damit, dass die Hälfte der „Blind Dates“ binnen weniger Tage vergriffen sein wird.

So war es jedenfalls im vergangenen Jahr. Die Bücher mit Überraschungseffekt, die man sich für vier Wochen ausleihen kann, sind der Renner und gehen weg wie „geschnitten Brot“. Doch weil Zeitungsleser mehr wissen, liefern wir folgenden Hinweis: Mit „Flaschenpost“, „Shirt“, „Insel Groix“ und „Beerdigung“ ist der Roman „Ein geschenkter Anfang“ von Lorraine Fouchet beschrieben. Es ist wie zufällig eines der Lieblingsbücher von Barbara Breuner. Oder besser gesagt: Aktuell eines ihrer Lieblingsbücher. Denn die Büchereileiterin liest durchschnittlich drei Bücher pro Woche. Es könnte sich also schnell ändern. „Ich brauche einen Sinn dahinter. Was ich nicht so mag sind Liebesromane, vor allem, wenn sie so schnulzig sind“, sagt Barbara Breuner.

So mancher Geheimtipp

Verpackt haben sie und ihre Mitarbeiterinnen Bücher, ob Krimi, Historien-, Fantasy- oder Gesellschaftsroman, die sie selbst gut finden und deshalb empfehlen können. Es sind Bücher, die neben den Bestsellern Aufmerksamkeit verdienen – so wird sich so mancher Geheimtipp darunter befinden. „Viele sagen, dass das Buch toll war, aber dass sie es sich nie ausgeliehen hätten, wenn es kein ,Blind Date’ gewesen wäre“, berichtet Barbara Breuner über Reaktionen von Büchereikunden. Nina Schmidt liest zwar nicht drei Bücher in einer Woche, aber eines schafft sie sehr wohl. Die Büchereimitarbeiterin hat „Die kleinen Wunder von Mayfair“ von Robert Dinsdale zum „Blind Date“ erkoren:

„Es spielt in London vor dem ersten Weltkrieg. Die Hauptfigur ist ein Mädchen, Anfang 20. Sie liest eine Anzeige von einem Spielzeugladen. Sie geht hin, um dort zu arbeiten und lernt den russischen Ladenbesitzer und dessen zwei Söhne kennen, die im gleichen Alter wie sie sind.“

Ihre Kollegin Kirsten Pavel hat sich dagegen für „Die Libellenschwestern“ von Lisa Wingate erwärmt. Was harmlos klingt, entpuppt sich als heftiger Roman, der auf verbrecherischen Adoptionen in den USA bis 1950 beruht – armen Familien wurden Kinder weggenommen und an Reiche vermittelt.

Aktion wird sukzessive vergrößert

Die „Blind Date“-Aktion bietet derweil auch für Spätstarter etwas, denn das Büchereiteam legt sukzessive „Blind Dates“ nach. Und Bücher, die von der Ausleihe zurückkommen, werden erneut eingepackt und erhalten neue Stichworte – so wird die Spannung erneuert und die Beschreibung in Begriffen kann sich nicht herumsprechen. „Wann gehen Sie mit Ihrem „Blind Date“ in den Urlaub?“, lautet da die Frage.

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