Ketsch

Lokale Agenda Einstiger Karl-Ludwig-See bleibt durch Themenweg nachvollziehbar in Erinnerung / Gernot de Mür: „Nur wer etwas kennt, ist auch bereit, es zu schützen“

Mit Visualisierung Herzenswunsch verwirklicht

Ketsch.Da, wo einst zu schönen Sommertagen der Hofstaat von Kurfürst Karl Ludwig ein reges Treiben veranstaltete, herrscht heute bürgerliche Ruhe. Statt Schiffe, die hier auf einem See kreuzten, sind es heute Landwirte, die Äcker bewirtschaften, und die Sicherheit eines Naturschutzgebietes, die für Fauna und Flora wichtig sind. Keine Frage: Wer den Karl-Ludwig-See sehen will, braucht viel Imagination. Für die Aktiven der Lokalen Agenda war es daher ein Herzenswunsch, den Menschen die Erinnerung anzutragen und den See zu visualisieren.

Nun endlich konnten sie gemeinsam mit Dr. Jost Armbruster vom Regierungspräsidium sowie Bürgermeister Jürgen Kappenstein die passenden Informationstafeln offiziell einweihen. „Als Grundlage haben sie Notizen von unserem Ehrenbürger und Heimatforscher Robert Fuchs nutzen können“, betonte er und bedankte sich zugleich bei allen Sponsoren wie dem Handwerker- und Gewerbeverein, der das Projekt finanziell unterstützte.

„Qualität hervorragend“

Für Dr. Armbruster war es ein Leichtes, die drei Informationstafeln einzuweihen, denn „die Qualität von Text und Layout ist einfach hervorragend.“ Agendasprecher Gernot de Mür und seine Mitstreiter waren sichtlich stolz auf ihr Werk und strahlten angesichts aller, die sie unterstützten und auf dem langen Weg zu diesem Ergebnis begleiteten. „Nur wer etwas kennt, ist auch bereit, es zu schützen“, so De Mür, „deshalb schaffen wir hiermit einen Bezug, zu dem, was war und ist.“

Bereits 2014 habe man sich einen ersten Eindruck verschafft, mit Experten gesprochen und das Konzept erarbeitet. „Es war ein langer Weg“, so De Mür. Nun aber habe man drei prächtige Informationstafeln, die so aufgebaut sind, dass auch Radler sie gleich sehen und halten können. Die kompakten Holzständer seien auf das Naturschutzgebiet zugeschnitten, „wir wollten ja keine Monumente erstellen und die Douglasie wird mit der Zeit grau und unscheinbarer.“ Ein Begleitheft hat die Gruppe ebenfalls aufgelegt. Viele Texte von Robert Fuchs sowie Fotografien schmücken die Seiten. Dazu gibt es einen Überblick über die Tafeln. Für zwei Euro wird es künftig im Rathaus erhältlich sein.

Engagement begeistert

Begeistert über das Engagement der Agendagruppe zeigten sich Manfred Rösch und Gerd Koppert. Die beiden Vorsitzenden des Wasser- und Bodenverbands Karl-Ludwig-See freuten sich, dass die Öffentlichkeit nun auch über die technischen Details informiert werde. Die Oftersheimer Landwirte vertraten ihre Kollegen, gemeinsam besitzen sie noch heute rund zehn Prozent der Fläche. Für sie sei es von Bedeutung, dass man das System Druckwasser und Maht verstehe. Oft könnte nicht rechtzeitig gemäht werden, weil zu viel Wasser in den Wiesen stünde. Auf der anderen Seite wolle man auch verhindern, dass der See verödet und ungepflegt ist.

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