Ketsch

Seniorenwerk St. Sebastian Ingrid Oswald aus Altlußheim macht Appetit auf verschieden scharfe Gewürzspezialitäten

Mundet Räucherlachs mit Orangensenf?

Ketsch.Nicht alltägliche Geschmacksvariationen des Würzmittels Senf offerierte Ingrid Oswald von der Altlußheimer Senfmanufaktur den Senioren beim Altennachmittag. Orangensenf auf Räucherlachs? Oder Feigensenf auf Bergkäse? Passt das überhaupt zusammen?

Aber zuerst zelebrierte Diakon Heiko einen Gottesdienst zum Thema Fastenzeit. Dabei empfahl er, das Fasten als ein Gewinn für mehr Lebensqualität anzunehmen.

Annette Meixner verscheuchte mit einem Sitztanz nach der Melodie „Laurentia, liebe Laurentia mein” die Frühjahrsmüdigkeit aus den Knochen. Anstelle der obligatorischen Kaffeetafel stellte Ingrid Oswald ihren Senf als eines der ältesten Gewürze vor. „Er wächst ähnlich wie Raps, am bekanntesten sind die gelben Senfkörner aus dem Gurkenglas. Wir kennen gelbe, weiße und braune Samenkörner, die schwarzen sind selten auf dem Markt, damit würzen die Inder am liebsten selbst. Der magenfreundliche Senf gehörte zu Napoleons Lieblingsgewürz. Damals wurde nicht mehr ganz astreines Fleisch einfach mit Senf übertüncht“, erzählte die Expertin.

„Mostada frutta“ zu Käse

Eigentlich sei Senf leicht herzustellen – man mische Senfmehl, Wasser, Essig, Zucker und Gewürze, dann die Masse sechs Wochen reifen lassen. Senf verdirbt selbst nach einem Jahr nicht, er verliert jedoch an Schärfe.

Ihre Geschäftsidee wuchs 2006 im Urlaub auf dem Campingplatz am Gardasee. Der Verkäufer empfahl „Mostada frutta“ besonders zu Käse. Immerhin verlangte er für 100 Gramm Feigensenf stolze sieben Euro. Daheim kaufte Ingrid Oswald Zutaten nach dem italienischen Rezept, wie Senfmehl, Gewürze, Feigenlikör, dazu kamen Feigen aus dem eigenen Garten. Die Mixtur schmeckte bitter, weil das Senfmehl ranzig war.

Leckeres im Uhrzeigersinn

Wie die Senfspezialitäten aus Altlußheimer Fertigung schmecken, davon durften sich die Senioren bei der Verkostung mit umweltfreundlichen Tellern und Bestecken überzeugen. Ingrid Oswald erläuterte die fruchtig-pikanten Leckereien auf dem Probenteller im Uhrzeigersinn.

Auf 12 Uhr gab es Rinderschinken mit Waldfruchtsenf, auf 2 Uhr lag Räucherlachs mit Orangensenf und auf 4 Uhr lockte Bergkäse mit Feigensenf. Himbeersenf verfeinerte Camembert auf 6 Uhr, und auf 9 Uhr lag Birnensenf auf Blauschimmelkäse. Überall im Saal waren alsbald zufriedene Gesichter zu sehen, und viele Besucher nahmen einige Gläschen Senfspezialitäten mit nach Hause.

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