Ketsch

Neurottschule Vierte Klassen entwickeln Klimaschutzideen

Nachhaltige Experimente

Archivartikel

Ketsch.Das große Fieberthermometer in der Erdkugel evozierte eindeutige Reaktionen. „Die ist krank“ –Marit deutete mit dem Finger in Richtung Tafel. „Sie hat Fieber“, ergänzte Leon und Anita Köhler nickte. Letztere hatte bewusst einen bildhaften Einstieg in das Thema Umwelt gewählt. „Die Kinder wissen meist sofort, um was es geht“, betonte die Ingenieurin und blickte in Richtung der Viertklässler, die sich gerade Föhne und elektrische Zahnbürsten geschnappt hatten, um den eigenen Stromverbrauch nachvollziehen zu können.

Kleine Zwischenschalter nutzten sie dabei. Auch die hatte die Mitarbeiterin für Schulprojekte der KLiBA im Gepäck, um zwei vierte Klassen in Sachen Umwelt zu schulen. Die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur in Heidelberg wird von den Kommunen getragen und bietet diesen Service im ganzen Rhein-Neckar-Kreis an – für Bürger, Gewerbe, Kommunen und Schulen.

Für Tamara Plachky war es eine gute Ergänzung des Sachkundeunterrichts, denn die Klassenlehrerin der 4a bereitet gerade das Sonderthema Umwelt vor. Die Kinder wissen aus den Medien oder den Gesprächen der Erwachsenen, was es umkreist. „Das Eis schmilzt“, so ihre Assoziationen. Was man dagegen tun kann? „Lieber Rad- als Autofahren“, lautete die erste Antwort, „und Strom sparen.“ Das leuchtete ein, als die Kinder ihre von zuhause mitgebrachten Stromfresser in Aktion erlebten. Wo der Strom herkomme, wollte die Projektleiterin von den Zehnjährigen wissen. Na klar aus der Steckdose. Doch welche Form der Kraftwerke mit all ihren Vor- und Nachteilen gibt es?

Brodelndes Gebräu

Abseits der Theorie ging es mit Experimenten weiter, die einen Aha-Effekt erzielten. Schon einmal einen Treibhauseffekt geschaffen? Die Kinder verneinten. Dabei geht es so einfach: Unter einem Schälchen wird die Temperatur gemessen, wenn die Sonne darauf scheint. Welche Wirkung CO² hat? Die Schüler staunten nicht schlecht, als sich aus Essig und Backpulver ein brodelndes Gebräu entwickelte, das sogar einen Luftballon aufpustete.

Die Ideen zum Klimaschutz folgten von den Kindern prompt: „Öfter mal die Lampen ausschalten“, forderte Laura. Und Mehmet befand, dass weniger Müll besser für die Umwelt sei. Wer dann noch seinen Fleischkonsum einschränke, der bereite einen guten Weg für die 26 Schüler, die gerne auf einer weniger kranken Erde leben wollen.

Das vom Land Baden-Württemberg und dem Rhein-Neckar-Kreis finanzierte Projekt kam auch bei der Parallelklasse 4 b gut an. „Das ist gut und die Experimente sind wichtig“, erläuterte Klassenlehrerin Plachky, „denn die bleiben im Kopf, die Theorie ist meist gleich wieder weg.“ ak

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