Ketsch

Altennachmittag 180 Senioren lassen sich in der Rheinhalle vom Nikolaus beschenken / Erich Götze spielt den bärtigen Mann

Nächstenliebe als Kern von Weihnachten

Ketsch.„Wieder kommen wir zusammen, singen Lieder im Advent“, treffend gibt die Liedzeile wieder, was in der Rheinhallengaststätte beim Altennachmittag stattfindet. Zweimal im Jahr richtet die Gemeindeverwaltung den regelmäßigen Seniorentreff aus, unter anderem in der Vorweihnachtszeit. Und weil der aktuelle Adventskaffee just auf den Nikolaustag fiel, kam dieser persönlich vorbei und bedachte diejenigen, die für eine angenehme Zeit mit Liedern und Musik sorgten und die Senioren selbst mit Kleinigkeiten.

Erich Götze schlüpfte in den roten Mantel, streifte den weißen Bart und die Mütze über und hatte sichtlich Spaß dabei. Der 91-Jährige lebte früher in der Enderlegemeinde, nach einer Zeit in Hamburg kehrte er vor kurzem wieder dorthin zurück. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagte der rüstige Rentner mit der angenehm tiefen Stimme – die passte fürs Nikolausamt bestens. Schüler und Senioren waren begeistert.

Bürgermeister Jürgen Kappenstein blickte in eine sehr große Runde, etwa 180 Ältere der Gemeinde waren gekommen. Sie hörten stimmungsvolle Worte, die Kappenstein an sie richtete. Zuerst allerdings wünschte er Rudi Kurbiuhn, dem Sprecher des Helferteams des Altennachmittags, gute und baldige Genesung. Kurbiuhn richtet üblicherweise selbst einige Worte an die Senioren, da er sich von einer Krankheit erholt, war er nur Gast am Nikolaustag. „Wahrscheinlich denken Sie in der Adventszeit, derer Sie schon viele erlebt haben, an Feiern aus Ihrer Kindheit oder der Zeit, in der Ihre eigenen Kinder noch klein waren“, hob Kappenstein an, sprach von geschmückten Wohnungen, vom vorweihnachtlichen Glanz in allen Straßen. Die Phase vor dem Heiligen Abend, die etwas Besonderes und von diversen Botschaften begleitet ist, war sein Thema. Eine der untrüglichen Mitteilungen ist „die Hoffnung, dass Licht und Dunkelheit keine starren unverrückbaren Gegensätze bilden, dass auch unter widrigen Umständen Leben möglich ist“, schilderte der Verwaltungschef.

Antworten gemeinsam finden

Viele der Senioren hätten die Trümmerlandschaft oder gar den letzten Krieg noch selbst erlebt, „sie kennen die Sehnsucht nach Frieden, doch wie meistert man eine Welt, in der Friede für alle Menschen herrscht?“ Immer wieder müsse man auf diese Frage eine Antwort finden – als Gemeinschaft, unterstrich er.

Die Individualität des Weihnachtsfests für jeden Einzelnen hob Kappenstein hervor, auch, dass es Menschen gebe, die in Beruf oder Ehrenamt am Fest auf den Kreis der Familie verzichten, Bedürftigen Freude und Zeit schenkten. „Das ist für mich der eigentliche Kern und die Botschaft des Weihnachtsfests.“ Mit diesen einfühlsamen Worten sprach er der Mehrheit der Senioren aus der Seele, die die Ansprache mit Applaus honorierten. Neben dem evangelischen Posaunenchor sorgten die Kinder der Klasse 4a der Alten Schule mit pfiffig dargebotenen Weihnachtsliedern für Kurzweil bei Kaffee und leckerem Kuchen.

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