Ketsch

Geschäftsleben Karin Kohl übergibt ihre Physiotherapiepraxis an Asta Surginaite / Chemie hat von Anfang an gepasst

Perfekte Nachfolgerin gefunden

Archivartikel

KETSCH.Noch ist die Physiotherapiepraxis von Karin Kohl in der Durlacher Straße 12 eine Baustelle. Das zeigt den Wechsel an, der bevorsteht. „Aber für unsere Patienten bleibt alles beim Alten – im Gegenteil: Es kommen weitere Angebote hinzu“, versichert Karin Kohl lachend, während sie selbst noch den Farbpinsel in der Hand hält.

Der frische Wind und Generationswechsel heißt Asta Surginaite und wird ab heute Praxisinhaberin. Derzeit legt die 38-Jährige selbst Hand an Bohrmaschine und Co. an, wo sie sonst mit gezielten Handgriffen Beschwerden lindert.

Angepasst an Anforderungen

Die Praxisräume sind in einem Teilbereich den modernen Anforderungen angepasst worden, was die Optik der Zimmer nur in einem Punkt – einer festen Wand – verändert.

„Mit Asta Surginaite habe ich die perfekte Nachfolgerin gefunden“, unterstreicht Kohl, die die Praxis übergibt, jedoch mit der Litauerin zusammen eine Praxisgemeinschaft führen wird.

„Ich arbeite weiter, ziehe mich sukzessive zurück“, spricht die 63-jährige Physiotherapeutin vom langsamen Ausstieg.

Surginaite hat ihre Ausbildung zur Masseurin und Bademeisterin in Worms absolviert. In Heidelberg schloss die weitere Ausbildung zur Physiotherapeutin an. Bereits einige spezialisierende Fortbildungen hat sie abgeschlossen, weitere ins Auge gefasst. Berufserfahrung bringt sie aus der mehr als sechsjährigen Anstellung in einer Mannheimer Praxis mit. Zusammen mit ihrer 15-jährigen Tochter lebt sie in Viernheim.

War die Selbstständigkeit schon länger gewünscht? „Eigentlich nicht“, erklärt sie lachend, dass sie die Anzeige im Fachforum gelesen hat und dann intensiver darüber nachdachte. „Es gab acht Bewerbungen, drei schafften es in die engere Wahl“, erläutert Kohl, dass das Kennenlernen mit Asta Surginaite die passende Chemie offenbarte. Das bezieht sie aufs Menschliche, auf die Arbeit, auf die Perspektiven für die Praxis, die ja als Gemeinschaft weitergehen soll. Zwei Mitarbeiterinnen, die teilweise schon eineinhalb Jahrzehnte in der seit mehr als 30 Jahren etablierten Praxis arbeiten, werden das auch weiterhin tun.

Die Praxis selbst bietet in den freundlich hellen Zimmern eine Menge unterschiedlicher Therapiemöglichkeiten. Kohls Fokus lag und liegt auf der Arbeit mit Kindern. Kunterbunte Gymnastikbälle, weiche grüne Matten und Spielsachen laden Mütter mit ihrem Nachwuchs ein, Notwendiges für die spätere Entwicklung spielerisch zu erlernen.

Offenes Ohr fürs Konzept

Bei Asta Surginaite fand Kohl auch ein offenes Ohr für ihr besonderes Praxiskonzept, das jungen Müttern bei der Anstellung den Vorzug gibt. Auf deren Bedürfnisse stellte sich die verständnisvolle Chefin immer ein. Während noch gehämmert und gepinselt wird, versichern beide Frauen, dass sich für die Langzeitpatienten nichts am Service ändern, sich im Gegenteil das fachliche Angebot an Therapiemöglichkeiten noch erweitern wird.

„Eines meiner Fachgebiete ist die Lymphdrainage“, erklärt Surginaite, die zudem den Bereich der manuellen Therapie im neurologischen Sektor anbietet. „Physiotherapeuten sind ein Mangelberuf und gesucht“, betont Kohl, froh zu sein, eine Nachfolgerin gefunden zu haben, der sie die Praxis übergibt.

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