Ketsch

Musikverein Jede Menge Spiel, Spaß und Musik sorgen für ein facettenreiches Programm beim Kindermaskenball in der Rheinhalle

Pippi erklimmt das rote Pferd

Ketsch.Rote Nasen sind an den Faschingstagen nicht nur den kostümierten Clowns vorbehalten – die Familien, die zum Kindermaskenball des Musikvereins 1929 in die Rheinhalle kommen, haben sie auch alle. „Wir waren beim Umzug, es war ganz schön kalt“, erzählt Melanie Brosch aus Speyer, auch stellvertretend für Gatten Uwe und die Kinder Sophia und Julius.

Christina Montag und ein junges Musikverein-Team bringen aber schnell das Blut wieder in Wallung der durchgefrorenen Narren, haben für den Kindermaskenball eine Menge fetziger Tänze und pfiffiger Spiele im Gepäck. Begrüßt werden die Besucher jedoch vom Gesamtorchester, das ihnen ordentlich „den Marsch bläst“ – im Sinne von Musik, versteht sich. Und weil die Töne ungebremst in die Füße gehen, startet die erste Polonaise, wird zum Minilindwurm – gemessen an der Körperhöhe, nicht an der Länge – der mit viele Laune seine Runden dreht.

Zudem lohnt ein Besuch am Maltisch, weil jeder, der ein tolles Fasnachtsbild malt, die Chance hat, später bei DJ Julian Wittig namentlich aufgerufen zu werden. Alisha, Laura und Frauke sind zwar locker im Teenageralter, malen mögen sie aber dennoch. Sie betreuen die jungen Künstler.

Während die Gäste tanzen, hat die Jury eine Chance, einen Blick auf die sehr kreativen Kostüme zu werfen, die als einer der Höhepunkte im Finale der Kinderparty auf dem Catwalk präsentiert werden dürfen. Bis dahin bleibt viel Raum für Spiele, auf die warten die Nachwuchsnarren schon.

Koordination bei Tanzrunden

Während die Erwachsenen sich einen Kaffee, Kuchen oder etwas Herzhaftes gönnen, haut DJ Julian das Lied zum Kollektivtanz „Cowboy und Indianer“ raus. Die Folge: Tanzfläche voll, Lassos werden geschwungen. Ein Cowboy ohne Pferd? Geht gar nicht. Es darf auch mal ein rotes Pferd sein, vor allem, wenn das Lied wieder prima hüpfen und sausen lässt. In Bewegung bleiben die Kleinen bei der langen Reise nach Jerusalem; ganz viele Stühle müssen gestellt werden, verschwinden nach und nach bis am Ende noch zwei Kinder um den letzten Platz tanzen – eine Mordsgaudi.

Ausruhen ist nicht drin, DJ Julian legt das „Fliegerlied“ auf. „Hoch, wie ’ne Giraffe so hoch“ tönt es und auch die kleinste Prinzessin reckt sich. Junge und alte Narren stehen aufs Schokokuss-Wettessen. Der erste Durchgang ist den Kindern vorbehalten, zwei Tische werden angestellt, weil so viele mitmachen wollen.

Die Regeln? „Arme auf den Rücken und nur mit dem Mund das süße Teil schnappen“, schildert der DJ. Schnell kauen und runterschlucken – Mund aufreißen – ist der leer, dann hat man gewonnen. Adrian schafft es bei den Kindern, in der Elternrunde liegt Jelly ganz vorn – Jubel bei Eltern und Nachwuchs.

Szenenwechsel zur Tanzrunde. Der Ur-Fastnachtssong „Rucki Zucki“ fordert die volle Koordination. Das war es noch lange nicht geweben, weil zu „Tschu-tschu-wa“ alle Regeln des Gleichgewichts auf den Kopf gestellt werden – eine Riesenlacherei – mit Zunge rausstrecken.

Stuhlreihen eher leer

Kurze Tanzpause – Zeit, einen Catwalk zu bauen. „Langsam geht es ins Finale“, tönt DJ Julian und fordert zur letzten Polonaise des Tages auf. Deren Ende ist der Aufstieg zum Catwalk, den die schönsten Piraten, Prinzessinnen, Cowboys, Miniärzte, Hexen, Pippi Langstrumpfs oder Vampire und Ninja-Krieger entlangschreiten. Beifall.

Viel Platz bleibt aber an den Tischreihen, schade für die viele Vorbereitungsarbeit, die liebevoll verzierten Kuchen, die Vereinsmitglieder backen und die zahlreichen Helfer, die den Kindern mit Elan eine echte Party ermöglichen. Im hinteren Bereich der umfangreich bestuhlten Halle finden sich auch heuer einige der älteren Musikvereinler ihren Sitzplatz, plaudern auch darüber: „Vielleicht sollte man weniger bestuhlen“, meinen sie, „oder später anfangen.“

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