Ketsch

Narrhalla Simone I. aus dem Hause Kostroch und Gregor I. regieren über die 66. Kampagne der Karnevalsgesellschaft

Präsident wird Jubiläumsprinz

KETSCH.Na, das war eine Überraschung: die Türen im großen Tanzsaal, zu dem sich die Bühne der Rheinhalle verwandelt hatte, öffnen sich und anstatt des erwarteten Prinzenpaares stehen derer zwei im Flitterregen. Ein sehr gelungener Knalleffekt zum offiziellen Start ins Narren-Jubiläumsjahr, den die Karnevalsgesellschaft Narrhalla da hingelegt hat.

Der Knaller nicht genug, übernimmt zudem der Vorsitzende der Narrhalla, Gregor Ries, den Part des Jubiläumsprinzen, "der Familientradition Narrhalla, nachdem Oma und Opa schon von Anfang an närrisch unterwegs waren, jetzt mal die Krone aufgesetzt", sagt er als Gregor I. in die große Runde. An seiner Seite, in einem Traum aus blasslila Stoff mit aparter Stickerei, Prinzessin Simone I. aus dem Hause Kostroch. Schon als sie viel jünger war, wollte sie einmal den Narrhalla-Thron besteigen, "verschiedene Dinge haben immer wieder einen Riegel davor geschoben", erzählt sie und freut sich jetzt auf eine tolle Jubiläumskampagne für und mit der Narrhalla.

Flankiert sind die beiden "Großen" vom feschen Kinderprinzenpaar. Josephine I. aus dem Hause Hillengaß, die total versiert, freundlich lächelnd und sehr aufrecht in ihrem märchenhaften hellgelben Abendkleid wie eine echte Prinzessin aussah. Dazu gesellte sich im adretten Anzug Prinz Luis I. aus dem Hause Schäfer - und das ist eine weitere Besonderheit, denn seine Mama ist die Prinzessin der abgelaufenen Kampagne: Isabel I., der trotzdem die Tränen über die Wangen kullern, als sie ihre letzte Rede anstimmte.

Ihr Dank galt selbstredend der Narrhalla für ein tolles Tollitätenjahr und auch der Prinzessinnenfamilie, die sie auch in dieser Stunde nicht alleine ließ. Bei der Überreichung des Zepters an Simone I. sagte sie dann auch: "Genieße die Zeit, sie ist so schnell vorbei."

Ballsaal als Bühnenschmuck

Der Startschuss hat schon mal gut hingehauen, brachte ein üppiges Bühnenbild (gestaltet von Gunnar Wagner und der Familie Gbur) eines hochherrschaftlichen Hauses, den Tanzsaal dort, auf die Bühne. Etliche Tanzpaare drehten ihre Runden in feinen Roben und ebensolchem Zwirn. Herzige Kinder stimmten ins Geschehen tanzend und darstellend spielerisch ein, grazile Tänzerinnen zeigten akrobatische Höchstleistungen. Eine stimmige und emotionale Show, die Mitglieder der Narrhalla und der Tanzsportgarde Plankstadt zeigten. Es gab viel Beifall für die gigantische Performance, die mit Feuerwerk und Glimmerregen endete.

Tanzdarbietungen der Minimäuse, die einfach herzig Disney-Melodien, etwa aus der Eisprinzessin, Schneewittchen und aus "Die Schöne und das Biest", in Schrittfolgen umsetzten; fulminant performende Tanzmariechen, die ein hohes Niveau klassischen Solo-Gardetanzes zeigten und Garden, die höchst synchron im Marschtakt unterwegs waren, rahmten die Elferratstaufe sowie Ehrungen und den gigantischen Aufmarsch von Tollitäten der 1970er Jahre bis heute ein. Persönlich vorgestellt schritten die Damen und Herren durch die gesamte Halle, um am Ende auf der Bühne ein wunderschönes Bild zu bieten.

Neue Elferräte wurden mit Schwertschlag, Schwur und Konfettitaufe ins Amt gebracht, das 88. Goldene Vlies in der 66 Jahre alten Vereinsgeschichte wurde an Prinz Gregor I. verliehen; es zeichnet für mindestens elf Jahre durchgehendes Engagement im Verein aus und wurde, das 87., an Lilli Tremmel übereignet.

Fetzige Stimmungsmusik

Eine große Parade an Ehrensenatoren kam zu den Lieblichkeiten und Prinzen, vier neue wurden ernannt, Bürgermeister Jürgen Kappenstein dankte man für die Unterstützung nicht nur für den Bau des neuen Streitwagens. Bernd Bürkle aus dem Narrhalla-Rund lud alle Prinzessinnen zu Herztorte und Prickelgetränk ein. Ein wenig zeitverzögert zeigten die Frechdachse mit ihrem Schlafmützen-Tanz, dass man zwar müde, aber keineswegs bettreif sein muss.

Immer sind die Hewwlguggler Garant für fetzige Stimmungsmusik, die sie schon zum Einzug der Streitmacht fetzen ließen und kurz vorm Ende der grandiosen Show gleich noch mal ertönen ließen. Einen Blick mehr lohnte es zu investieren, als die Crazy Ladies und das Männerballett die Bühne für sich eroberten, mit einem Schautanz zog die Aktivengarde zum Finale die Blicke auf sich.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel