Ketsch

Benjamin Jungbluth über die Probleme mit der Marktmeile

Preis für mehr Fahrgeschäfte

Die Klagen der Händler sind weiterhin laut, auch wenn einzelne Standbetreiber dem ASV zur Seite springen und gute Geschäfte verkünden. Die separate Lage scheint viel Laufkundschaft abzuhalten: Wer in erster Linie wegen der Fahrgeschäfte und des Festzeltes aufs Backfischfest kommt, wird die Marktmeile wohl nicht extra aufsuchen – hätte früher aber vielleicht ganz nebenbei doch mal ein Angebot erspäht und zugegriffen. Auch die Ausgestaltung der Einkaufsstraße ist noch nicht ganz rund: Autos und Motorräder verirren sich zwischen die Stände, weil nicht einmal ein Schild aufgestellt ist, dass hier nur Fußgänger erwünscht sind – da könnte der ASV schnell Abhilfe schaffen.

Doch vielleicht zeigt sich an der Diskussion auch ein grundsätzliches Problem: Können Marktstände mit „Schnäppchen“-Angeboten heute noch auf Volksfesten genug Kunden anziehen und Umsatz generieren? Überall wird die Konkurrenz durch das Internet und Billigketten beklagt. Auch für die fahrenden Händler wird die Luft also dünner.

Ob die radikale Lösung einer separaten Marktmeile den Händlern langfristig mehr hilft oder schadet, wird sich zeigen müssen. Für einen großen Teil der Händler könnte sich das Backfischfest als unrentabel erweisen. Für die Festbesucher entstehen dabei bislang durchaus Vorteile: Eine geballte Einkaufsmöglichkeit mit entspannterer Atmosphäre – und gleichzeitig mehr Platz für Fahrgeschäfte auf dem Festplatz. Bleibt die Frage, ob die Besucher den Preis dafür – die Verdrängung der Marktstände – bezahlen wollen.

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