Ketsch

Freibad Schaufahren des Schiffsmodellbauclubs Rhein-Neckar ist ein Besuchermagnet / Spaß für Kinder / Vereine aus Pirmasens, Mannheim oder Trier zu Gast

Profis übergeben die Fernbedienung gerne

Archivartikel

Ketsch.Wenn direkt aus dem Wellenbecken des Ketscher Freibades ein Wasserflugzeug startet oder im tiefen Springerbecken einige U-Boote ihre Kreise ziehen, dann ist Modellschautag des Schiffsmodellbauclubs Rhein-Neckar Brühl (SMC). Stephan Ehlert, Vorsitzender des seit 1980 bestehenden Vereins, zeigte sich sichtlich zufrieden, denn die vielen detailreichen Modelle lockten zahlreiche Besucher an.

„Wir veranstalten diesen Schautag schon von Anfang an, zunächst nur alle zwei Jahre im Wechsel mit einer Ausstellung, dann haben wir allerdings schnell gemerkt, dass die Zuschauer die Modelle am liebsten in Aktion sehen. Seitdem sind wir immer im Herbst hier in Ketsch im Freibad und wir sind den Verantwortlichen für die Möglichkeit sehr dankbar“, sagte Ehlert.

Der Schiffsmodellbauclub Rhein-Neckar hat derzeit rund 25 Mitglieder, wobei der Name laut Ehlert eigentlich nicht mehr ganz passend sei, werden doch im Verein nicht nur Schiffe, sondern beispielsweise auch Flugzeuge oder Trucks gebaut.

Über seinen Vater kam der Plankstadter damals zum Modellbau und ist seit 25 Jahre seinem Hobby treu. „Modellbauen ist keine Frage des Alters. Natürlich muss man bereit sein, seine Zeit und Muse zu investieren und sicher auch den ein oder andern Euro, aber es macht sehr viel Spaß und die Technik entwickelt sich immer weiter“, erklärte Ehlert.

Bis ins hohe Alter

Den Beweis, dass man Modellbau bis ins hohe Alter betreiben kann, liefert Jakob Huber aus Ketsch, der mit seinen 82 Jahren ältestes Mitglied im Verein ist und sich am Modellschautag gerne um das Kinderfahren kümmerte. „An manchen meiner Modelle habe ich vier bis fünf Jahre gearbeitet. Einige habe ich auch verkauft. Dieses Hobby begleitet mich schon seit über 50 Jahren und ich habe auch schon eine Modellbau AG in der Neurottschule in Ketsch begleitet, denn Nachwuchs im Modellbau, den findet man nicht so einfach“, sagte der Modellbauer.

Die Faszination, welche allerdings die fertigen Modelle auf Kinder ausübten, war enorm. Die zahlreichen Modellbauer, die aus Mannheim, Ludwigshafen, Pirmasens, Frankenthal und Trier angereist waren, reichten die Fernbedienungen an die jungen Zuschauer weiter und sorgten so für viele kleine strahlende Gesichter.

Eckhardt Studte aus Mainz überließ gerne die Fernbedienungen für seine U-Boote den Besucherkindern, das Steuern sei doch recht einfach. „Ich konnte mir meinen Kindertraum, selbst Modell-U-Boote zu bauen, erst mit 40 Jahre erfüllen. Ich komme aus der ehemaligen DDR und da war es fast unmöglich, Teile oder Fernbedienungen zu bekommen und das Geld fehlte zudem. Mit dem Mauerfall begann für mich dann endlich die Zeit, aktiv dieses Hobby zu leben“, erklärte der U-Boot-Fan stolz.

Klares Wasser ideal

„Wir sind zum zweiten Mal hier beim Schautag. Unseren Kindern Leon (9) und Robin (6) gefällt es hier so gut und sie könnten stundenlang zusehen“, sagte Sonja Eichelberger aus Hockenheim. Das klare Wasser im Schwimmbad, so betonten die Modellbauer, sei einfach optimal, um die Boote auszuprobieren, in einem See sei das schon schwieriger.

Doch auch die aufgebaute Modelleisenbahn und die Flugzeuge, Trucks und weiteren Fahrzeuge wurden bestaunt und so ging es bei strahlendem Herbstsonnenschein zu Lande, zu Wasser und in der Luft modelltechnisch hoch her.

Info: Mehr Bilder gibt es unter www.schwetzinger-zeitung.de

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