Ketsch

Breuners Buchtipp „Die Patientin“ von Christine Brand

Rasante Achterbahnfahrt um verschwundene Menschen

Archivartikel

Ketsch.Wer in diesen Pandemie-Tagen mehr Zeit zum Lesen findet, bekommt von Barbara Breuner in loser Folge einen Tipp – heute stellt die Leiterin der Gemeindebücherei „Die Patientin“ von der Schweizer Autorin Christine Brand vor, das im Blanvalet Verlag erschienen ist:

„Der blinde Nathaniel und sein kleiner Patensohn Silas besuchen jeden Monat gemeinsam Silas’ Mutter im Berner Spital, die dort seit vier Jahren im Koma liegt. Doch eines Tages ist die Patientin verschwunden, eine fremde Frau liegt in dem Bett, in dem vier Jahre lang Silas’ Mutter lag. Die Ärzte behaupten auf Nachfrage, sie sei verstorben. Doch weder gibt es eine Leiche noch einen Totenschein und somit keine Antworten auf Nathaniels Fragen.

Der verzweifelte Nathaniel schaltet seine gute Freundin ein, die TV-Journalistin Milla Nova, die herausfindet, dass in der Schweiz noch andere Komapatienten verschollen sind – natürlich wittert Milla einen Skandal. Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Sandro Bandini kommt Milla den tödlichen Machenschaften der Pharmaindustrie auf die Spur und gerät dabei selbst in Lebensgefahr.

Leichen tauchen am Ufer auf

Als dann am Ufer der Aare plötzlich Leichen auftauchen, erscheint alles in einem anderen Licht – und die verschwundene Patientin lebt.

Wer glaubt, in der Schweiz gehe es immer beschaulich zu, der wird hier eines Besseren belehrt, denn in ihrem zweiten Buch nimmt Autorin Christine Brand ihre Leser mit auf eine rasante Achterbahnfahrt durch die dunklen Seiten der Schweizer Pharmaszene mit ausdrucksstarken und authentischen Charakteren. Der blinde Protagonist Nathaniel (bereits bekannt aus dem ersten Teil der Serie mit dem Titel „Blind“) besticht mit seiner besonderen Sichtweise auf die Dinge.

Fesselnd und realistisch

Der Kriminalroman ist absolut fesselnd, realistisch und abwechslungsreich und kommt dabei aber ohne viel Brutalität oder blutige Details aus. Die Story konnte mich vollends überzeugen, auch wenn am Ende nicht jedes Details bis ins Letzte aufgeklärt wird – daher hoffe ich einfach auf weitere Bände.“ Der dritte Band der Reihe ist für Frühjahr 2021 versprochen. zg/mab

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