Ketsch

Geschäftsleben Christian Beck ist Coach und hilft, ein „Biggest Loser“ zu werden

Raus aus dem Trott kommen

Ketsch.Christian Beck schaut sich im Fernsehen die Abnehm-Show „The Biggest Loser“ auf dem Sender Sat 1 regelmäßig an. Sein Interesse ist auch berufsbedingt. Dabei weiß er längst, wie man Pfunde purzeln lässt, die Mann oder Frau nur allzu gerne loswerden möchten. Der 37-Jährige hat sich in Ketsch zu Beginn des Jahres selbstständig gemacht, bietet Kurse oder Personal Training an.

„Mir geht es darum, dass die Leute aus ihrem Trott rauskommen und ein neues Bewusstsein für Sport und ihre Bewegung bekommen“, sagt der Coach. Der Erfolg der persönlichen Trainer liege mitunter darin, dass selbst Menschen, die sich bereits im Training befänden, verloren fühlten oder sich Langeweile in die Bewegungsmuster einschleiche. „Man muss neue Anreize schaffen“, sagt Beck.

Von der TV-Sendung „The Biggest Loser“ abgesehen, in der Männer und Frauen mit starkem Übergewicht durch eine erhebliche Gewichtsreduzierung ein neues Leben anstreben, tue mehr Bewegung generell Not. „50 Prozent der Menschen in Deutschland haben Übergewicht aufgrund von zu wenig Bewegung und schlechter Ernährung“, weiß Beck. Sein Anknüpfungspunkt, um das gewünschte Gewicht zu erreichen, zu halten und fitter zu bleiben, ist ein Mix aus Ausdauer- und Kraftsport sowie die richtige Ernährung. „Ich lasse die Leute fünf Tage lang aufschreiben, wie sie sich ernähren. Dann mache ich eine Körperfettanalyse“, erklärt der Lauf- und Cross-Fitnesscoach, der auch Ernährungsberater ist. Die Analyse gebe Aufschluss darüber, wie viel des Übergewichts auf Wassereinlagerungen oder Fett zurückzuführen ist. Als weitere Basis für das Training schaue er, welche Vorschäden vorhanden seien und wie fit die betreffende Person sei. Danach stelle er den Mix zusammen. „Man muss mehrere Parameter sehen.“

Realistische Ziele

Dann gehe es auch darum, realistische Ziele zu stecken. Da könne es schon mal passieren, dass ein erhofftes Abnehm-Ergebnis zunächst auf sich warten lasse. „Manche bauen schnell Muskeln auf. Und Muskeln sind fünf bis sechsmal schwerer als Fett.“ Er frage dann zuweilen, ob die Hose wieder passe – oder wieder besser passe – und bekomme ein „Ja“. Körperfettanteil und Bauchumfang gehörten nämlich zu den Parametern, die sich außer dem nackten Gewicht durch das Training längst wie gewünscht positiv entwickelt hätten. Sofern es um Gewichtsabnahme geht, kann der 37-Jährige aus eigener Erfahrung mitsprechen. „Ich habe selbst mal 20 Kilogramm abgenommen, als ich zu viel Fett und zu wenig Muskeln hatte.“ Heute wiegt der 1,74 Meter große Trainer 74 Kilo und seine Kunden wissen, dass hier die Muskeln als Gewicht zu Buche schlagen.

Obwohl Beck, der einen Master in Logistik hat, einen guten Job besaß, entschied er sich für den Beruf als Personal Coach, nachdem er die Aufgabe zunächst eineinhalb Jahre lang im Nebenberuf ausgeübt hatte.

Sein Credo dabei ist „Back to the Roots“, schließlich wird zu Trainingseinheiten im Freien gebeten. Eine Kooperation mit dem TV Schwetzingen erleichtert ihm hier das Angebot. Gern genommen ist ferner der Trimm-dich-Pfad nahe der Grillhütte bei der Sternallee.

Und dort geht es dann mit gebotener Ruhe zu: „Ich schreie nicht. Ich mache alles mit Sarkasmus. Die Leute lieben das“, sagt Beck. Der eine oder andere Schweinehund muss natürlich überwunden werden. Der Ketscher verbietet ja auch nicht alles. „Schniposa“, also Schnitzel mit Pommes und Salat, sei einmal die Woche drin – „aber nicht mehr dreimal die Woche“, sagt er und lacht. Wie sich der Körper an alles schnell gewöhne, weshalb neue Anreize wichtig seien, so gewöhne sich der Körper auch schnell an die Bedingungen, wenn man aus seinem Trott rausgekommen sei. mab

Info: Weitere Infos unter „Run for your Life“, www.running-man.biz

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