Ketsch

Vernissage Ulrike Horn-Rudolph und Peter Rudolph halten Retrospektive ihrer künstlerischen Arbeit bei Physiotherapie Völker

Reduktion ist für sie das Kernprinzip

Ketsch.Klein und fein eröffnete die Ausstellung der Werke von Ulrike Horn-Rudolph und ihrem Ehemann Peter Rudolph in der Physiotherapie-Praxis Völker. Freunde waren gekommen, um diesen Überblick über 25 Jahre kreatives Schaffen zu erleben. Wo Liebe ist, da ist auch Kunst. Und wo Menschen ihr Innerstes auf eine Leinwand tragen, da hat Liebe ihr Ich geformt.

Für Rolf Duchardt, der zur Eröffnung auf der Gitarre spielte, passte in diesen Kontext das Gedicht von Eduard Mörike "Frage und Antwort", welches er vertont vortrug: "Fragst du mich, woher die bange Liebe mir zum Herzen kam. Und warum ich ihr nicht lange schon den bittern Stachel nahm?" Ein Lächeln schenkte das Ehepaar dem Freund und erinnerte mit Humor an ihre Auseinandersetzung mit der Malerei. Zu Beginn der 90er Jahre - kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten - schenkte Ulrike Horn-Rudolph ihrem Mann einen Malkurs. Als "guter Schwabe" habe er diesen natürlich wahrgenommen. Auch wenn er "seit dem Abitur nicht mehr gemalt" hatte. Wolfgang Sautermeister hieß der Künstler, der ihn inspirieren sollte. Damals habe er vieles gewagt und neben einen Ast, den er zeichnen sollte, ein grünes Krokodil gemalt. "Ich merkte schnell, so einfach geht das nicht", gestand er und ließ sich vom Reduktionswillen des Meisters beflügeln. Reisen in die Toskana vergegenwärtigten den beiden Kunst-Novizen schnell, dass niemand die Malerei neu erfinden könne. Vielmehr ging es darum, sich selbst in den Prozess einzubringen. "Sautermeister erklärte, wir sollten nicht glauben, dass hier in der Toskana nicht schon 1000 Maler vor uns einen Pinienzapfen gemalt hätten", erinnerte sich Ulrike Horn-Rudolph.

Radikaler Neuanfang

Der Lehrmeister schulte sie in der Reduktion. "Das Bild in die Wanne voller Wasser zu geben und mit der Wurzelbürste zu bearbeiten, um zu sehen, was bleibt" - das sei für sie ein radikaler Neuanfang gewesen. Peter Rudolph entdeckte die Akt- und Porträtmalerei und bildete sich bei Rainer Negrelli weiter. Im Berliner Kunstzentrum HB 35 und in der Thüringer Sommerakademie formten sie ihre Arbeiten - auch dank des Einflusses von Andreas Kramer.

"Heute arbeiten wir in einer kleinen Malgruppe mit Karin Posmyk in Schwetzingen", erläuterten sie. Ihren Weg zu verfolgen, fällt nicht schwer, denn sie trugen Arbeiten zusammen, um die Ausstellung in den Räumen der Physiotherapie-Praxis Völker, Schriesheimer Straße 8, die unterschiedlichen Etappen ihres Weges zeigen zu lassen.

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