Ketsch

Runde Knepp aus da Lamäng

Archivartikel

Caroline Scholl freut sich über die überlieferten Rezepte

Gerne erinnere ich mich an meine Oma, Hilde Ries, die in der Küche natürlich viele Gerichte zauberte, die sich im Ketscher Kochbuch wiederfinden. Ob es die leckeren Dampfnudeln sind oder runde Knepp. Noch heute kommen sofort Kindheitserinnerungen wieder, wenn einem der herrliche Duft dieser Speisen in die Nase steigt.

In meiner Familie wurden glücklicherweise zahlreiche Rezepte weitergegeben und meine Mutter, die heute mit ihren 77 Jahren selbst längst Oma ist, kennt sich mit den Ketscher Rezepten zudem perfekt aus. Ihr Exemplar des Ketscher Kochbuches ist handschriftlich umfangreich ergänzt, denn das ist es ja, was es ausmacht, jeder hat so seine eigenen Tricks und Tipps, welche die Gerichte dann unverwechselbar machen.

Ich finde es jedenfalls super, dass viele Rezepte in dem Buch zusammengeführt wurden, denn wenn ich mich erinnere, so war es für meine Oma doch sehr schwierig, sich auf genau Grammzahlen beim Kochen festzulegen. „Des sieht ma oder des merkt ma, wenn ma in de Teig neilangt, was do noch fehlt“, waren Aussagen, die sie traf. Schließlich kochte man ja „aus da Lamäng“.

Ein Thermomix mit internetgesteuertem Kochprogramm? Da hätte meine Oma nur abgewinkt. Ich bin heute jedoch froh, Zutaten und Mengenangaben zu haben, doch eines freut mich besonders: Meine Kinder lassen für Dampfnudeln oder für Verheierte alles andere liegen, denn so gut wie die Oma kocht eben niemand. Das ist wohl ein ungeschriebenes Gesetz, das für jede Generation gleichermaßen gilt.

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