Ketsch

Schnell mehr R-Beton

Im Gespräch mit Freunden und Bekannten aus dem Ausland loben die meist, was wir für tolle Autos bauen. Ich „kontere“ dann geschickt und verweise darauf, dass Deutschland auch beim Umweltschutz und Recycling bestens aufgestellt ist. Es ist mehr hoffen als wissen. Ich bin da künftig sehr zurückhaltend. Wenn Deutschland je Recycling-Weltmeister war, dann ist es lange her. Und auf dem Bau ist es sogar ein schlechter Witz.

Sage und schreibe 0,8 Prozent der Abfälle im Bau landen wieder als Beton im schicken Gebäude. Das finde ich beschämend wenig, zumal hierzulande erdacht wurde, was dann die Schweizer in R-Beton gossen. Es erinnert mich an die Energiewende. Viele Worte um wenig Taten. Probleme werden in den Vordergrund gestellt und betont, was alles nicht geht. Lobbyismus allenthalben. Man kann sich doch auch mal für etwas begeistern. Chancen herauskehren und auch beim Schopfe packen. Allerdings gibt es kaum Politiker, die sich da aus der Deckung trauen. Es darf halt kein Geld kosten.

An gleicher Stelle outete ich mich bereits, dass ich gegen einen Kies- und Sandabbau im Entenpfuhl bin. Sage ich A und will den Wald dort erhalten, muss ich konsequenterweise nun auch B sagen und für mehr Einsatz von R-Beton, eine bessere Verwertung von Bau- und Abbruchabfällen, sein. Ansonsten ist es nicht einsehbar, warum der Sand und Kies, der hier verbaut wird, aus dem Mittleren Oberrhein nach Rhein-Neckar gekarrt wird.

Solange noch gar nicht über den Einsatz von anderen Baumaterialien neben Beton gesprochen wurde, hoffe ich auf die Betonwende, und viele Anreize auf Nachfrageseite. Nennen Sie mich ruhig einen hoffnungslosen Idealisten.

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