Ketsch

Corona Gemeinderat beschließt Hilfen für Familien / Kita-Gebühren entfallen für Juni

Schulen bekommen Tablets

Archivartikel

Ketsch.Familien, deren Kinder in Kindertagesstätten oder in die Kernzeit- und Hortbetreuung in Ketsch gehen, können sich über eine Entscheidung des Gemeinderats freuen: Auch für den Monat Juni entfallen die Gebühren, wie zuvor schon für April und Mai. Das beschlossen die Ratsmitglieder in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig.

Da die Einrichtungen in diesem Vierteljahr wegen der Corona-Pandemie größtenteils geschlossen waren, sei keine Leistung erbracht worden – folglich könne auch kein Geld verlangt werden, so die einhellige Meinung der Fraktionen im Gemeinderat.

Betreuung findet wieder statt

Ausgenommen sind dem Beschluss zufolge Familien, die die Notbetreuung genutzt haben. Sie müssen anteilig Gebühren zahlen. Seit Anfang Juli haben alle Betreuungseinrichtungen wieder regulär geöffnet, weshalb bis auf Weiteres die normalen Kosten fällig werden. Einen kompletten Ausgleich für die entgangenen Gebühren der Gemeinde – die sich laut Bürgermeister Jürgen Kappenstein auf etwa 100 000 Euro pro Monat belaufen – gibt es dabei bislang nicht.

Doch sei mit einer weiteren Unterstützung des Landes zu rechnen, so dass der Haushalt nur zum Teil belastet werde, sagte der Bürgermeister.

Gänzlich ohne Kosten für die Gemeinde wird in jedem Fall die Anschaffung von 140 Laptops und Tablets im Wert von etwa 63 700 Euro sein, die das Land bedürftigen Schülern für den wegen der Corona-Pandemie massiv ausgebauten digitalen Unterricht zur Verfügung stellt. Ebenfalls einstimmig beschloss der Gemeinderat die Annahme dieses Angebots, das den konkreten Bedarf in Ketsch abdecken soll. „Unsere Schulen haben genau geschaut, welche Familien diese Unterstützung benötigen, und kümmern sich verantwortungsvoll um die Handhabung“, sagte Bürgermeister Jürgen Kappenstein.

Auch bei den Anfragen der Gemeinderäte ging es um die jüngsten Ketscher. Alexandra Scalia (Grüne) bat die Verwaltung zu prüfen, ob kurzfristig nicht doch noch einige Vereine ein Kinderferienprogramm auf die Beine stellen könnten. „Wegen Corona ist alles abgesagt worden, doch in einigen Nachbargemeinden gibt es jetzt ein Notprogramm. Und die Kinder haben derzeit ja wenig Alternativen“, sagte Scalia. Bürgermeister Jürgen Kappenstein versprach nachzufragen, dämpfte aber die Hoffnungen. „Viele Vereinsmitglieder sind schon älter und gehören somit zur Risikogruppe. Sie wären also in besonderem Maße gefährdet“, meinte Kappenstein.

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