Ketsch

Gemeinderat Rheininsel, Karl-Ludwig-See und Ketscher Wald können ohne Bedenken nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie ausgewiesen werden

Schutzgebiete sollen wie geplant zur europäischen „Natura 2000“ gehören

Ketsch.Der Gemeinderat sah in seiner jüngsten Sitzung keine Bedenken zur Flora-Fauna-Habitat-Verordung, wie sie das Regierungspräsidium Karlsruhe plant. Wie Bauamtsleiter Hans Keilbach erklärte, gehe es letztlich darum, europäisches Recht in nationales Recht umzusetzen. Die Ketscher Naturschutzgebiete Rheininsel, Karl-Ludwigs-See und der Distrikt Ketscher Wald sollen als „FFH-Gebiete“ ausgewiesen werden – und zählen damit rechtlich gesichert zu den speziellen europäischen Gebieten, deren Pflanzen, Tiere und Lebensräume Schutz genießen. Europaweit heißt das entstehende ökologische Netz „Natura 2000“.

Grundlage hierfür ist die europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH), die aus dem Jahr 1992 stammt. Baden-Württemberg meldete seine Gebiete 2001 und 2005 an die Europäische Kommission, die diese zwei Jahre später festlegte. Was fehlt, ist die förmliche Ausweisung unter anderem im hiesigen Bundesland, weshalb sich Deutschland mit einem Vertragsverletzungsverfahren konfrontiert sieht – es wird teuer, wenn der FFH-Richtlinie bis Ende des Jahres nicht vollends entsprochen wird.

Das Regierungspräsidium muss also auf die Tube drücken, erfasst die FFH-Gebiete per Sammelverordnung und hört die Gemeinden. Hans Keilbach wies darauf hin, dass es hierbei nur um naturschutzrechtliche Stellungnahmen gehen könne.

„Was ändert sich?“, fragte Tobias Kapp für die CDU-Fraktion und wusste die Antwort: „So gut wie nichts.“ Denn obwohl der Maßstab gegenüber der Meldung nun fünfmal genauer ausfalle, seien die Gebietsgrenzen nur unwesentlich geändert. Es waren auch für Tarek Badr von der SPD nur Marginalien festzustellen, weshalb auch seine Fraktion zustimme.

Annette Läppchen hätte am liebsten neue Gebiete auf Ketscher Gemarkung ausgewiesen, doch wie die Unabhängige Grüne wusste, stand das nicht zur Debatte. Günther Martin, für Bündnis 90/Die Grünen im Rat, startete einen Exkurs zum Radweg an der Brühler Straße, ehe er zustimmte. Und Gerhard Weixler (parteilos) erinnerte an die Zeit, die bei der Umsetzung der Richtlinie dränge, und stimmte schnell zu.

Musikverein erhält Förderung

Einigkeit herrschte daneben darüber, dem Musikverein mit einer Förderung in Höhe von 1533 Euro unter die Arme zu greifen. Der Verein hat ein Keyboard und ein Xylophon angeschafft. Außerdem benötigte die seit 1979 bestehende Vereinskleidung eine Erweiterung des Sortiments. Und die Fasnachtsbekleidung der Musiker ist in die Jahre gekommen – Umhang und Sombrero waren auf rund 40 Jahre gealtert.

Rohbauarbeiten vergeben

Der Rat entschied einstimmig, den Auftrag für die Rohbauarbeiten an der Mensa der Neurott-Gemeinschaftschule der Firma Wenzel zu erteilen. Fünf Bieter wollten tätig werden und das Unternehmen aus Mannheim erhielt für etwas über 396 000 Euro den Zuschlag. Bauamtsleiter Hans Keilbach informierte, dass das teuerste Angebot 509 000 Euro ausgemacht hätte. mab

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