Ketsch

Hungermarsch 36. Auflage wird in Enderlegemeinde vorbereitet / Große ökumenische Feier und afrikanisches Mahl zum Abschluss

Sicher ist die höhere Zahl der Empfänger

Archivartikel

Ketsch.Der erste Hungermarsch 1983 war in Ketsch und zugleich als letzter geplant gewesen. Doch die Frage der mitmarschierenden Rosemarie Kramer – „Darf man aufhören, gut zu sein?“ – hat alles verändert. Ob sie mit „Natürlich nicht!“, beantwortet wurde, ist nicht überliefert. Aber alle haben es begriffen. Und 36 Jahre später bereiteten Christen aus Ketsch, Brühl, Oftersheim, Plankstadt und Schwetzingen die 36. Auflage dieses Events der Nächstenliebe am Sonntag, 30. Juni, vor.

Kurt Gredel, Sprecher der Ketscher Eine-Welt-Gruppe, begrüßte eine große Zahl Mitstreiter aus der Nachbarschaft und dankte ihnen für ihre Treue zum Guten. Als Impuls trug er die Aussendung der 72 Jünger aus dem Lukas-Evangelium vor. Jesus beauftragt sie, seinen Frieden in die Herzen und Häuser zu bringen. Wenn auch alle erwarten, dass am 30. Juni eine höhere Zahl Spender und Sammler mitmachen werden, ist eines sicher: Die Zahl der Empfänger wird um ein Vielfaches höher sein, und zwischen ihnen und der hiesigen Region wird mit dem Frieden auch das Vertrauen in die eigene Zukunft wachsen.

Erfolgreiche Hilfe weiterführen

Dass die Hilfe Früchte trägt, zeigte sich am Beispiel der „Schwestern vom Kostbaren Blut“. Ihre Abschlussklasse hat unter den fast 4000 Sekundarschulen Tansanias den 31. Platz belegt. Selbstverständlich wird Ketsch, unterstützt von Brühl, diese erfolgreiche Zusammenarbeit weiterführen. Genauso wie Brühl seine Entwicklungsarbeit fortsetzen wird. Renate Dvorak, Vorsitzende des Fördervereins Dourtenga, erwartet von der gewünschten Landwirtschaftsschule einen Schub für Bildung und Ernährung.

Schutz der Kinder stärken

Schwetzingen wird nach den Worten Gudrun Hemkers der Kinderrechtsorganisation KIRA und durch sie der afrikanischen Hilfsorganisation Cipcre zur Seite stehen. Sie bekämpft Gewalt an Kindern, Ausbeutung und Misshandlung mit dem Ziel, durch Familien und lokale Institutionen den Schutz der Kinder zu stärken. Um alleingelassene Kinder, in Rumänien kümmert sich auch das Hilfswerk von Pfarrer Reinholdt Lovasz. Ihm und der Benediktinerschule in Mvimva sagte Plankstadt (Heide Günther) Hilfe zu.

Und die gigantischste Zahl zum Schluss: Der Kampf der Franziskaner in Johannesburg gegen Aids kann, wie Paul Scherer stolz verkündete, mit knapp 140 000 Rand aus Oftersheim weitergehen.

Wie Marianne Faulhaber zusammenfasste wird der Geist der Ökumene am 30. Juni besonders hervorgehoben werden. Es wird ein ökumenischer Gottesdienst stattfinden, dem Pfarrer Erwin Bertsch und Pfarrer Christian Noeske vorstehen werden. Eine besondere Attraktion wird das afrikanische Solidaritätsmahl bilden, möglicherweise sogar von afrikanischen Köchinnen zubereitet. zg/sr

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