Ketsch

Porträt Carmen Foos ist evangelische Gemeindediakonin / Ihr Metier ist die Kinder- und Jugendarbeit / Zusätzlich soll sie in den Schulen kirchliche Berufe bekannter machen

Sie ist eine "Managerposaunenhirtin"

Ketsch.Kinder und Jugendliche liegen ihr am Herzen. Das merkt man, wenn man mit Carmen Foos spricht. Seit zwei Jahren ist die 27-Jährige in der evangelischen Gemeinde als Gemeindediakonin aktiv. "Mein Beruf ist sehr abwechslungsreich", erklärt sie. Dass sie dort mal landen würde, war ihr relativ schnell klar.

"In meiner Heimatgemeinde, in Bretten bei Bruchsal war ich in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv und habe mit der dortigen Gemeindediakonin eng zusammengearbeitet", erklärt Carmen Foos, "es hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dann gedacht habe, ich könnte damit doch mein Geld verdienen." Es folgte ein Studium der evangelischen Religionspädagogik und Gemeindediakonie, Soziale Arbeit sattelte sie drauf.

"Beim Schreiben meiner Bachelorarbeit habe ich mich dann in Ketsch beworben", so Foos. In der Enderlegemeinde macht sie den Religionsunterricht an der Grundschule, ist in der Konfirmandenarbeit tätig und gestaltet besondere Gottesdienste für Familien sowie beispielsweise das Krippenspiel.

Was gefällt ihr an ihrem Beruf besonders? "Kinder sind einfach so ehrlich, das finde ich toll", verrät die Gemeindediakonin, "und man kann kreativ sein. Schließlich muss man die biblischen Geschichten für die Kinder so umsetzen, dass sie eine Relevanz für ihr Leben darin sehen und sie verstehen." Die Begeisterung für ihren Beruf möchte die 27-Jährige anderen jungen Menschen weitergeben. Im Kirchenbezirk ist sie dafür zuständig, in die weiterführenden Schulen zu gehen und dort bei den Oberstufenschülern für kirchliche Berufe zu werben, also für Gemeindediakon, Pfarrer und Religionslehrer. "Managerposaunenhirte": Mit diesem ungewöhnlichen Begriff bezeichnet die Kirche diese Berufe. "Manager steht für die Verwaltungsarbeit, die eine Gemeinde mit sich bringt, Posaune für die Verkündigung von Gottes Wort und Hirte, weil man seine Schafe um sich hat", erklärt Carmen Foos.

Werbung ist notwendig

Dass die Werbung für diese Berufe notwendig ist, weiß die 27-Jährige: "Die Landeskirche hat ab 2020 das Problem, dass die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Etwa die Hälfte der Stellen wird dann unbesetzt sein." Den jungen Menschen sollen die Berufe mit Kurzfilmen, in denen Pfarrer und Diakone einen Tag begleitet werden, näher gebracht werden. "Wir wollen aber nicht missionieren, wir wollen die Berufe nur vorstellen", betont Foos.

Was muss man mitbringen für den Beruf des Gemeindediakons? "Der Glaube an Gott und Jesus Christus ist natürlich unabdingbar", erläutert Carmen Foos. Dazu kommt eine gewisse Selbstorganisation, da man zwar angestellt ist, aber dennoch wie ein Selbstständiger arbeitet, mit teilweise flexiblen Arbeitszeiten. Außerdem muss man sich sprachlich gut ausdrücken können, schließlich "erklärt man im Kindergarten Dinge anders als im Konfirmandenunterricht." "Und man muss den Mut haben, neue Dinge auszuprobieren und aus sich rauszukommen, etwa wenn man mal bei einem kleinen Theaterstück für die Kinder mitmachen muss", erläutert Carmen Foos.

Da diese Aktion der Berufevorstellung erst in diesem Schuljahr anläuft, ist die Gemeindediakonin gespannt auf die Reaktionen der einzelnen Schüler. "Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn ich neue Kollegen bekommen würde", verrät die 27-Jährige.

Sie hat ihre Entscheidung jedenfalls nie bereut. "Vor allem bin ich auch gerne in Ketsch. Die Leute freuen sich über alles, was man für sie macht und geben einem das auch zurück", erklärt Carmen Foos. Und es scheint Schicksal zu sein, dass sie in der Enderlegemeinde gelandet ist. Schließlich war die Gemeindediakonin, mit der sie in Bretten zusammengearbeitet hat, vorher in Ketsch.

In der Zukunft steht noch einiges auf der Gemeindeagenda, bei dem Carmen Foos gerne mitarbeitet. Neben der Visitation im Februar steht ein Begrüßungsgottesdienst für die Menschen im Baugebiet Fünfvierteläcker an, wenn die Arbeiten dort abgeschlossen sind.

Beim Ferienprogramm mitzumachen ist eine Idee sowie ein Angebot für Erwachsene und ein Konzept für Kinder zwischen der vierten Klasse und der Konfirmation. Langeweile ist bei der evangelischen Kirchengemeinde und ihrer Diakonin also nicht in Sicht.

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